Serbien

Christbaum-Affäre in Belgrad: Kunststoff-Baum um 83.000 Euro

(Symbolfoto)
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Eine NGO hat herausgefunden, dass für einen Christbaum aus Kunststoff im Stadtzentrum von Belgrad 83.000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt werden sollen. Das Brisante: Der Baum war noch vor der offiziellen Ausschreibung aufgestellt worden.

Belgrad – Nicht nur Rom, auch Belgrad hat eine Christbaum-Affäre. In der serbischen Hauptstadt geht es allerdings nicht ums Optische, sondern um Geld. Die nicht-staatliche Organisation Pistaljka (Trillerpfeife, Anm.), spezialisiert auf die Enthüllung von Amtsmissbrauch, hat heraufgefunden, dass für einen im Stadtzentrum aufgestellten Christbaum 83.000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt werden sollen.

Bei dem Weihnachtsbaum handelt es sich um ein spärlich geschmücktes 18 Meter hohes Exemplar aus Kunststoff. Die Affäre flog auf, als sich herausstellte, dass der Baum durch der Belgrader Firma Keep Light, noch vor dem Abschluss der obligatorischen Ausschreibung aufgestellt worden war. Das Unternehmen ist auch für die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt zuständig.

Kündigung des Vertrags zugesagt

Bürgermeister Sinisa Mali, einer der engsten Mitarbeiter des Staatschefs Aleksandar Vucic, hat am Donnerstag die Kündigung des Vertrags für den Christbaum zugesagt. Er selbst sei über den Preis überrascht gewesen, so Mali, nachdem die Geschichte in die Medien gelangt war.

Pistaljka hatte zuvor auch die Anschaffung der städtischen Weihnachtsdekoration kritisiert. Belgrad steht bereits seit Oktober im Zeichen von Weihnachten – dies ziehe Touristen an, erklärten die Behörden. In Serbien werden die orthodoxen Weihnachten erst am 7. Jänner gefeiert. (APA)