Abzocke: Tiroler AK warnt vor unseriösen Schlüsseldiensten
Unseriöse Anbieter aus dem Internet nutzen die Notlage von Menschen, die sich ausgesperrt haben, ohne Skrupel aus: schlechte Leistung und überhöhte Preise sind das Resultat. Bei der Arbeiterkammer Tirol häufen sich die Beschwerdefälle, hier einige Tipps.
Innsbruck – Ausgesperrt. Und das zur kalten Jahreszeit. Der Griff zum Smartphone liegt nahe – prompt spucken Suchmaschinen zahlreiche Angebote von Schlüsseldiensten in der näheren Umgebung aus. Bei der Wahl ist höchste Vorsicht geboten, warnt die Tiroler Arbeiterkammer (AK). In letzter Zeit häufen sich wieder die Beschwerden über unseriöse Schlüsseldienste aus dem Ausland. Die Leistung ist schlecht, der Preis überhöht.
Die gemeldeten Fälle weisen ein ähnliches Muster auf: Betroffene suchen im Internet nach einem Aufsperrdienst in nächster Umgebung und erreichen schließlich unter einer Gratishotline einen 24-Stunden-Schlüsselnotdienst – angeblich aus Tirol. „Vor Ort erscheinen dann meist Mitarbeiter deutscher Unternehmen, die überhöhte Beträge von bis zu 1600 Euro in Rechnung stellen und vehement auf sofortige Barzahlung bestehen. Das geht sogar so weit, dass die Konsumenten zum nächstgelegenen Bankomaten eskortiert werden“, berichtet die Tiroler Arbeiterkammer.
Wer im Internet – etwa über Google – nach Schlüsseldiensten sucht, sollte sich bewusst sein, dass die ersten Treffer bezahlte Anzeigen sind. Oft sind es Firmen mit Sitz im Ausland, teilweise besitzen sie nicht einmal die notwendige Berechtigung zur Ausübung der Tätigkeit.
Der Schlüssel zum Erfolg
Ratsam sei es, gezielt heimische Unternehmen in unmittelbarer Nähe aufzusuchen oder auf der Website einen Blick auf das Impressum zu werfen – hier muss jedenfalls ein Firmensitz angegeben sein. Bevor man eine Hotline anruft, sollte man sich genau darüber informieren, um wen es sich beim jeweiligen Anbieter handelt und ob das Unternehmen seinen Sitz tatsächlich in Tirol hat und nicht etwa im Ausland. Seriöse Firmen geben immer einen Namen mit Informationen wie Adresse und Telefonnummer an.
Wer dennoch einem unseriösen Schlüsseldienst auf den Leim gegangen ist und mit einer überhöhten Forderung konfrontiert wird, sollte die Barzahlung vor Ort unbedingt verweigern und auf Übermittlung einer Rechnung bestehen.
Rückforderungsansprüche nach bereits erfolgter Bezahlung können nämlich nur sehr schwer oder gar nicht durchgesetzt werden. Denn meist sind die auf der Rechnung angegebenen Unternehmen bzw. dahinterstehenden Personen nicht greifbar.
Weitere Informationen bietet eine Website der Tiroler Wirtschaftskammer auf www.schluesseldienste-tirol.at. Hier besteht die Möglichkeit, nach Schlüsseldiensten in der Umgebung zu suchen. Ebenso finden sich hier Telefonnummern und Kontaktdaten aller Tiroler Firmen, die seriöse Aufsperrdienste anbieten. (TT.com)