Hervis-Chef: „Skiverleih in drei Jahren verdoppelt“

Hervis-Chef ist auf der Suche nach weiteren Tirol-Standorten. Skiverleih bis an die Hoteltür wird bundesweit ausgebaut.

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Mehr als die Hälfte aller Ski wandert bereits in den Verleih.
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Von Max Strozzi

Innsbruck –Ski kaufen oder ausleihen? Der Trend geht immer stärker in Richtung Leihski. „Der Skiverleih ist jährlich um 25 % gewachsen und hat sich somit in den vergangenen drei Jahren verdoppelt“, schildert Alfred Eichblatt, Geschäftsführer der Sporthandelskette Hervis. „Inzwischen geht bei uns die Hälfte aller Ski in den Verleih.“ Mit einem Kaufski bediene man einen Kunden, mit einem Leihski dagegen etwa 20 Kunden, rechnet Eichblatt vor. Bundesweit würde die Branche jährlich 260.000 bis 270.000 ankaufen, 170.000 davon für den Verleih.

In diesem Winter werde Hervis erstmals allen Gästen anbieten, die Leihski ins Hotel zuzustellen, so der Hervis-Chef. Der Kunde reserviert online oder telefonisch die Ski und erhält diese zum vereinbarten Zeitpunkt ins Hotel geliefert, ein Mitarbeiter stellt die Bindung ein, erklärt Eichblatt. Zusatzkosten gebe es keine, auch abgeholt würden die Ski wieder. Im Vorjahr sei die Hotel-Zustellung im Arlberggebiet getestet worden, nun werde das System bundesweit ausgerollt. 14 Verleihstationen betreibt Hervis in Österreich, davon sechs in Tirol. „Wir sehen im Verleihgeschäft noch Wachstum und wollen weitere Skigebiete erschließen“, kündigt Eichblatt an. Auch in Tirol suche der Sporthändler weitere neue Standorte. Derzeit betreibt Hervis in Tirol 19 Filialen mit 260 Mitarbeitern. Die jüngste Filiale wurde Anfang Dezember in Ehrwald eröffnet, 2018 soll in Tirol ein weiterer Standort hinzukommen. Wo genau, verrät Eichblatt nicht.

„Wir sehen im Verleihgeschäft noch Wachstum und wollen weitere Skigebiete erschließen“, sagt Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt .
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Den Sportartikelhandel sieht er real um zwei bis drei Prozent wachsen. Skisportler würden im Schnitt mehr als 600 Euro für eine Ausrüstung ausgeben. Am teuersten sei der Tourensport. „Im vergangenen Jahr wuchs der Tourenskisport nur einstellig, heuer sind wir im deutlich zweistelligen Wachstumsbereich.“

„Aufräumen“ wolle Eichblatt mit dem „Mythos, dass im Internet alles billiger ist“. Vor einiger Zeit habe Hervis eine Werbekampagne gestartet, in der – an sich unüblich – Produktpreise verglichen werden, etwa mit jenen von Online-Riese Amazon. Eichblatt: „Online ist nicht billiger.“


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