Rettungswagen kommt im 15-minütigen „Abholfenster“

Zammer Spital und Rettung starten ein Pilotprojekt, um Wartezeiten bei Krankentransporten zu verkürzen. Logistikpartner ist die Leitstelle Tirol.

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Von Helmut Wenzel

Zams –„Ich möchte bitte um 8 Uhr in die Unfallambulanz zur Untersuchung gebracht werden“, erklärt eine Oberländer Patientin gegenüber der Leitstelle Tirol. „Sie wissen ja, ich bin eine Liegendpatientin.“

„Damit ist die Dame nicht allein. Die meisten Patienten möchten am frühen Vormittag zur ambulanten Behandlung gebracht werden“, weiß Dominik Siegele, stellvertretender Pflegedienstleiter am Zammer Krankenhaus St. Vinzenz. Doch das führt zu Wartezeiten und Staus für alle Beteiligten. Vor diesem Hintergrund habe man Überlegungen angestellt, wie die unbefriedigende Situation verbessert werden könnte.

Drei Partner investierten Hirnschmalz, um ein Pilotprojekt zu entwickeln – Krankenhaus St. Vinzenz, Rettungsdienst Tirol sowie die Leitstelle Tirol. Gemeinsam verfolgt man das Ziel, eine effiziente „Patientenlogistik“ umzusetzen, um damit die Wartezeiten deutlich zu verkürzen.

Für Patienten, die einen Krankentransport zur ambulanten Kontrolle brauchen, gibt es ab sofort am Vormittag ein „Abholfenster“ von 15 Minuten. Koordinator ist die Leitstelle Tirol. „So können wir Leistungsspitzen und Leerläufen frühzeitig entgegenwirken“, erläutert Geschäftsführer Bernd Noggler. Geplante stationäre Aufnahmen im Krankenhaus St. Vinzenz finden nur noch von 11 bis 12.30 Uhr statt. Daran anschließend werden stationär­e Entlassungen abgewickelt. Not- und Akutfälle werden jederzeit betreut.

Hintergrund zur Umsetzung der neuen Krankentransportlogistik ist laut Siegele auch der rasant steigende Patientenandrang in den sechs Ambulanzen des Krankenhauses. 2013 habe man rund 74.000 ambulante Patienten versorgt. Inzwischen gab es eine Steigerung von 20 Prozent – voriges Jahr trafen 96.680 Patienten im Spital der Oberländer ein. Die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten – jährlich rund 25.000 – sei hingegen annähernd gleich geblieben.

Im Krankenhaus würden Transporttermine „ambulanzübergreifend“ koordiniert, ergänzte Siegele.

Für das Rote Kreuz bedeute die zeitliche Entflechtung der Krankentransporte „eine bessere Nutzung der Ressourcen“, hob der Geschäftsführer der Rettungsdienst Tirol GmbH, Andreas Karl, hervor. „Wartezeiten musste bisher immer der Patient ausbaden. Wir streben eine möglichst pünktliche Abholung an. Das müsste auch ein Beitrag zur Patientenzufriedenheit sein.“


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