Opernball 2018

Melanie Griffith begleitet Richard Lugner auf den Wiener Opernball

Richerd Lugner lässt sich dieses Jahr von Melanie Griffith auf den Wiener Opernball begleiten.
© APA/Herbert Pfarrhofer

Der Wiener Baumeister holt sich auch heuer wieder einen Hollywood-Star im reiferen Alter in die Loge.

Wien – Der diesjährige Opernballgast von Richard Lugner kommt aus Hollywood nach Wien: Melanie Griffith (60) wird den Baumeister zum Fest begleiten. „Sie hat mit drei verschiedenen Männern ein Kind“, sagte „Mörtel“ über die Schauspielerin bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Auch im vergangenen Jahr begleitete ein Hollywood-Star Lugner: Goldiw Hawn saß in der Loge und begeisterte nicht nur den Baumeister mit ihrem charmanten Auftritt.

Neben einem Golden Globe verwies Lugner auch auf die Oscar-Nominierung von Melanie Griffith für den Film „Die Waffen der Frauen“ (1988). „Was auch immer das ist“, frage sich der Baumeister. Weiters wusste Lugner, dass Griffith mit „drei verschiedenen Männern ein Kind“ hat. Zwei Mal war die 60-Jährige mit Don Johnson verheiratet, der vor allem durch seine Hauptrolle in der Fernsehserie „Miami Vice“ bekannt wurde. „An ihr gibt es nichts auszusetzen. Sowohl die Ballbesucher als auch die Fernsehzuseher werden zufrieden sein“, unterstrich Lugner.

Opernball für 80-Jährige zu viel Trubel

Mit Jane Fonda habe es - entgegen medialer Berichte – niemals einen Vertrag gegeben. „Eine 80-jährige Frau hat es nicht verdient, vom Lugner auf den Opernball geschleppt zu werden“, betonte Lugner. Personen in diesem Alter würden mit dem enormen Geschleppe und Gedränge auf dem Ball nur schlecht zurecht kommen. Roger Moore, der 2012 in der Loge des Baumeisters Platz nahm, habe es etwa „nicht geschafft“. Er musste mit eigenen Security-Mitarbeitern ins Hotel gebracht werden.

Lugner (85) hat mit dem Trubel am Ball hingegen keine Probleme: „Ich habe das Glück, dass mir das immer noch Spaß macht.“

Höhen und Tiefen in der Karriere

Das Leben von Melanie Griffith, der am 9. August 1957 in New York City geborenen Tochter von Schauspielerin Tippi Hendren („Die Vögel“) und Werbefachmann Peter Griffith, war durchaus turbulent. Vier Mal gab sie Schauspieler-Kollegen das Ja-Wort, mit drei Männern hat sie je ein Kind, mit Stars wie Jack Nicholson und Warren Beatty war sie liiert. In die Klatschspalten „schaffte“ es Griffith außerdem mit Drogen- und Alkoholexzessen und misslungenen Schönheitsoperationen. „Ich hoffe, ich sehe jetzt wieder normal aus“, betonte sie im vergangenen Jahr in einem Spiegel-Interview.

Mit zwölf Jahren stand Griffith das erste Mal vor einer Kamera. Nach zwei Filmen ohne Sprechrolle erhielt 1975 an der Seite von Gene Hackmann in „Night Moves“ („Die heiße Spur“) ihre erste größere Rolle. Berühmt wurde sie 1984, als sie für ihre Leistung in Brian De Palmas „Body Bouble“ („Der Tod kommt zweimal“) gute Kritiken erhielt. Es folgten über die Jahre Arbeiten mit weiteren angesehenen Regisseuren wie Abel Ferrera, Jonathan Demme und John Schlesinger. „Der Tod kommt zweimal“ (1984) und „Gefährliche Freundin“ (1986) waren bisher ihre vielleicht besten Filme neben „Die Waffen der Frauen“.

Doch die Karriere war nicht nur ein einziges Hoch. Zahlreiche Arbeiten gelten als Kult-Klassiker, fielen an den Kinokassen aber durch. Für ihre Darbietung in dem Thriller „Shining Through“ („Wie ein Licht in dunkler Nacht“) gewann sie eine Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin. Mehrmals wurde sie für diesen Preis, den keiner haben will, nominiert. Manche Filme, in denen Griffith zuletzt mitwirkte, wurden direkt auf Video herausgebracht. Ihr Debüt am Broadway im Musical „Chicago“ im Jahr 2003 erntete dagegen großes Lob und brachte hohe Einnahmen.

Zwei Ehen und eine bekannte Tochter mit Don Johnson

Mit 17 stand Griffith erstmals nackt vor der Kamera. In „Roar“ spielte sie an der Seite ihrer Mutter. Dabei wurde sie von einem Löwen attackiert und im Gesicht verletzt. Schon früh stand eine Alkoholabhängigkeit der Karriere im Weg. Mit 14 ging Griffith erstmals mit Don Johnson („Miami Vice“) aus, 1976 war das Paar für ein halbes Jahr verheiratet. Nach der Trennung von Ehemann Nummer zwei, dem Schauspieler Steven Bauer, heiratete Griffith erneut Don Johnson. Die gemeinsame Tochter Dakota Johnson sollte später mit einer freizügigen Rolle im Erotikfilm „Fifty Shades Of Grey“ weltweit bekannt werden.

Mit Johnson verband Griffith jahrelang eine Off-On-Beziehung. Die 1996 geschlossene Ehe mit Antonio Banderas, mit dem sie auch den Life Ball in Wien besuchte, hielt dagegen rund 19 Jahre, ehe 2014 die Scheidung eingereicht wurde. Ihre Rolle als Mutter habe sie während einer langen Zeit der Abhängigkeit von Drogen, Schmerzmittel und Alkohol gut gespielt, erzählte Griffith dem Spiegel: „Ich war keine von denen, die besoffen auf dem Boden liegen und komplett aus der Spur sind.“

„Es gibt Sachen, wo sie gefährlich ist“

Griffith wird jedenfalls am Dienstag vor dem Ball in Wien-Schwechat landen, wo sie „wegen des Jetlags“ erstmal keine Presse wünscht. Auch ein genaues Rahmenprogramm ist noch nicht geplant. Soviel kann aber verraten werden: „Persönlich stehe ich jederzeit zur Verfügung“, versprach der Baumeister. Fixe Termine neben dem Ballbesuch sind eine Autogrammstunde am Mittwoch um 14.00 Uhr in der Lugner City sowie ein gemeinsames Abendessen vor dem Opernball.

Ganz so leicht wie mit dem Vorjahresgast, der „sehr freundlichen“ Goldie Hawn, dürfte es Lugner mit Griffith nicht haben. „Es gibt Sachen, wo sie gefährlich ist“, erklärte „Mörtel“. Details dazu wollte er aber nicht verraten, denn „ein Kavalier genießt und schweigt“. Welches Kleid die Schauspielerin tragen wird, steht noch nicht fest. „Sie hat ja ihren eigenen Designer“, sagte Baumeister. Lugner wird – aus Rücksicht auf seinen Gast – wahrscheinlich auch keine persönliche Begleitung aus seinem weiblichen Umfeld mitnehmen. „Sonst gibt es in der Loge einen Damenüberschuss. Damit wird Melanie Griffith keine Freude haben, die hat lieber Männer um sich“, wusste der 85-Jährige.

Welche Loge ihm heuer seitens der Organisation zugeteilt wurde, wusste Lugner noch nicht. „Wahrscheinlich sitze ich wieder am Juchhe. Da sind die Wege halt schon sehr lange“, grummelte er. Mit Organisatorin Maria Großbauer habe er keinen Kontakt. „Ich wollte Frau Großbauer vergangenes Jahr kennenlernen. Sie hat gesagt: ‚Nein, ich will Sie nicht kennenlernen‘“, erzählte der Baumeister. Ansonsten befürchtete er noch, dass eine etwaige Demonstration die Zufahrt zum Ball erschweren könnte. Bei der ersten Auflage der schwarz-blauen Koalition im Jahr 2000 demonstrierten 15.000 Personen vor der Oper. (APA)