Tirol

Ob Brände oder ander Katastrophen: Land setzt auf Drohnen

© Land Tirol/ Raggl

Ob Brandnestsuche oder Katastrophenschutz, immer mehr Drohnen heben in Tirol ab. Mehrere Pilotprojekte wie in Vals laufen derzeit an.

Von Sabine Strobl

Innsbruck –Diese Woche meldete die Asfinag die erfolgreiche Drohnennutzung bei der Überprüfung der Europabrücke. Geht es um Sicherheit sowie um Nahaufnahmen und Messungen, sind unbemannte Flugobjekte gut angeschrieben. Ein Pilotprojekt, bei dem die Abteilung Geoinformation des Landes und die Universität Innsbruck zusammenarbeiten, führt nach Vals, wo nach dem Felssturz zu Weihnachten das Gelände untersucht wird. Hier unternimmt gerade eine speziell ausgestattete Drohne die Flüge.

Bereits seit zwei Jahren ist bei der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit eine 1380 Gramm schwere Drohne mit Kamera im Einsatz. Sie wurde ebenfalls in Vals ausgeschickt. „In Sachen Drohnen kommt viel Positives auf uns zu“, sagt Leiter Florian Kurzthaler. Als öffentliche Einrichtung „sind wir uns aber der Vorbildwirkung bewusst, deshalb sind wir bei der Einhaltung der Flugvorschriften und der Schulung der Piloten sehr genau“. Mittlerweile seien andere Abteilungen des Landes auf die Bilder der Drohne, die zuerst nur für Kommunikationszwecke gedacht war, aufmerksam geworden. So flog die Drohne nach dem Erdrutsch in Mühlbachl bei Matrei. Wie Landesgeologe Gunther Heißel berichtet, war der Rutschhang zu diesem Zeitpunkt für eine Begehung durch Menschen zu gefährlich. Die Drohne konnte mit einem Flug knapp über dem Boden wichtige Detailinformationen liefern.

Die Entwicklung schreitet rasant voran. Tirols Feuerwehren versprechen sich einiges von ihrer neuen, 36.000 Euro teuren Drohne mit Infrarotkamera, die im Bezirksverband Kufstein stationiert wird und im Frühjahr abheben soll. Wie Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber erklärt, werden die Drohnenpiloten gerade ausgebildet. Künftig können Tiroler Feuerwehren bei der Landesleitstelle geschultes Personal mit der Drohne anfordern. „Die Drohne soll uns die Aufklärung dort erleichtern, wo Menschen ein sehr großes Risiko auf sich nehmen müssten“, erklärt Gruber. Das unbemannte Gerät kann bei der Brandnestsuche hilfreich sein, z. B. bei Gasaustritt in Industriebetrieben fliegen oder in einsturzgefährdete Gebäude eindringen. Generell können Drohnen beim Katastropheneinsatz (Wasser, Muren und Waldbrände) wertvolle Dienste leisten.

Doch nicht nur die Zahl behördlicher, wissenschaftlicher und gewerblicher Drohnenflüge (siehe Kasten) steigt in Tirol kontinuierlich an. Wie ein führender österreichischer Elektrohändler bestätigt, war das Interesse an den Flugobjekten im Weihnachtsgeschäft wieder groß. Bei den Sportereignissen in Kitzbühel herrscht übrigens absolutes Flugverbot für Drohnen, informiert die Polizei. Dieses gelte sogar für die Behörde.