Ein wachsamer Blick auf Menschen und Fahrzeuge

Nach vielen Dienstjahren an einer Polizeiinspektion hat sich Anton Telfner zu einem Verkehrspolizisten entwickelt. Kein Einsatz ist wie der andere.

Bei Verkehrsanhaltungen sind immer öfter Drogenkontrollen notwendig. Verkehrspolizist Anton Telfner nimmt eine Speichelprobe.
© TT/ De Moor

Von Margit Bacher

Innsbruck –Anton Telfner kennt Tirol wie seine eigene Westentasche. Jeder noch so abgelegene Winkel ist ihm vertraut durch seine dienstlichen Ausfahrten als Verkehrspolizist. „Schon als Kind wollte ich das immer werden“, erinnert er sich.

Warum man nicht von Anfang an Verkehrspolizist ist, sondern sich erst über die Jahre zu einem entwickelt, wird schnell klar, wenn Telfner aus seinem Berufsalltag erzählt: „Bei Verkehrskontrollen weißt du nie, was dich erwartet oder wie die Person reagiert. Sie kann freundlich sein, nervös oder aggressiv. Im Kofferraum kann Einbruchswerkzeug versteckt sein oder Diebesgut liegen. Und es kann auch sein, dass dich plötzlich der Beifahrer um Hilfe bittet, weil Gewalt im Spiel ist.“

Für die tägliche Arbeit als Verkehrspolizist seien viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl notwendig. Es brauche immer auch ein waches Auge auf kriminal-, sicherheits- und fremdenpolizeiliche Belange.

Mittels Pipette tropft er die Probe, die zuvor mit einer Chemikalie aufgelöst wurde, auf eine Art Teststreifen. Nach 10 Minuten erscheint am Display das Ergebnis.
© Foto Rudy De Moor / Tiroler Tage

Beginnen muss daher jeder Polizist mit einer zweijährigen Grundausbildung, bei der alle Anwärter auf die gesamte Querschnittsmaterie der Polizeiarbeit vorbereitet werden. Die ersten Dienstjahre verbringt dann jeder Polizist an einer Polizeiinspektion (PI). Warum? Weil dort Polizisten nicht nur unmittelbarer Ansprechpartner für die Bevölkerung sind, sondern Aufgaben aus den Bereichen der Sicherheitspolizei, Kriminalpolizei, Fremdenpolizei, Verwaltungspolizei und eben auch der Verkehrspolizei verrichten.

Wer im Laufe der ersten Dienstjahre dann sein besonderes Interesse im Verkehrsdienst sieht und eine Vorliebe für diesen Bereich entwickelt, der kann sich auf Bezirks­ebene teilspezialisieren oder sich für eine Verwendung in der Landesverkehrsabteilung (Vollspezialisierung Verkehr) bewerben.

Telfner ist vor acht Jahren in die Landesverkehrsabteilung gewechselt, nach 18 Jahren Polizeidienst in Zirl und Kematen. Zunächst war er für die landesweite Fortbildung der Polizisten im Verkehrsbereich zuständig und verrichtete, soweit es die Zeit zuließ, auch Verkehrsstreifendienste.

„Spezialisieren kann man sich aber auch innerhalb der Verkehrsabteilung“, erklärt der begeisterte Motorrad- und Rennradfahrer. Seinen beruflichen Fokus hat Telfner auf die Fachbereiche Zivilstreife/Abstandmessung und Motorradverkehrsdienst gelegt. Als stellvertretender Fachbereichsleiter kümmert er sich unterstützend um die Organisation der Streifendienste, leitet größere Verkehrseinsätze und verbringt auch einen großen Teil seiner Dienstzeit im Außendienst: Telfner führt Alkohol- und Drogenkontrollen sowie Abstandmessungen auf der Autobahn durch, er fährt Zivilstreife mit dem Pkw und dem Motorrad oder begleitet Radsportveranstaltungen etc.

Auf die Heim-Rad-WM Ende September freue er sich schon ganz besonders. „Wenn du den amtierenden Weltmeister im Rückspiegel hast, dann ist das schon was Tolles“, freut sich Anton Telfner. Auch er sitzt gerne im Sattel und tritt in die Pedale, nach der Arbeit, zum beruflichen Ausgleich.


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