Sozialleben als „sportliches Ziel“

Im Mötzer Dorfzentrum schließt im März der letzte Gastronomiebetrieb. Gemeinde und Sportverein bemühen sich gemeinsam um eine Alternative für einen Treffpunkt mit Basisversorgung.

© Ploder

Von Thomas Ploder

Mötz –Der Gasthof Locherboden an der Mieminger Bundesstraße liegt zwar im Gemeindegebiet von Mötz, wegen der großen Distanz zum Zentrum eignet er sich allerdings nur bedingt als zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung. Die Funktion des traditionellen Dorfwirtshauses erfüllten jahrzehntelang der Gasthof Kreuz neben der Kirche und das ebenfalls zentral gelegene Café Hörmann, das Mitte März seine Pforten für immer schließt. Beide Gebäude werden in diesem Jahr in Wohnhäuser umgebaut. „Wir haben uns seit Langem leider erfolglos bemüht, einen weiteren Gastronomiebetrieb in der Gemeinde anzusiedeln“, betont BM Michael Kluibenschädl, der die Eigeninitiative der Gemeinde als einzige Chance für einen sozialen Treffpunkt betrachtet. Nach dem Wegfall des Nahversorgers und eines Drogeriemarktes reduziert sich das Angebot auf eine einzelne, nur in den Morgenstunden geöffnete Bäckerei ohne Cafébetrieb. Die seit Jahresbeginn verwaiste Arztpraxis verdeutlicht die bedauernswerte Entwicklung zusätzlich. Umstände, die auch im Gemeinderat die Alarmglocken schrillen ließen.

„Das Grundstück des ehemaligen Tennisplatzes und andere mitten im Dorf wären geeignet, um darauf Lokale zu errichten, Investoren fanden sich aber keine“, erklärt Sportvereinsobmann und Ersatzgemeinderat Thomas Klausner, „deshalb haben sich Gemeinde und Sportverein entschlossen, gemeinsam eine Lösung zu finden.“

Noch im März, jedenfalls mit 1. April, startet nun das „Sportcafé neu“ in der bisherigen Kantine am Sportplatz neben dem Inn. „Das ist das einzige geeignete Gebäude im Eigentum der Gemeinde“, so BM Kluibenschädl, „es bietet zwar nur knapp 25 bis 30 Sitzplätze, eignet sich aber trotzdem, um ein Angebot zu sichern.“ Gemeinsam mit einem Pächter wird der SV Mötz zukünftig nicht nur während der sportlichen Aktivitäten, sondern ganzjährig zu branchenüblichen Öffnungszeiten und mit einem Ruhetag pro Woche den Erfolg suchen. „Durch die Sportveranstaltungen, den benachbarten Spielplatz, die vorbeiführenden Rad- und Wanderwege, die Nähe zu Inn und Brücke, aber auch zum Dorfzentrum erwarten wir die für den Pächter wirtschaftlich nötige Auslastung“, zeigt sich BM Michael Kluibenschädl zuversichtlich, „für ein Restaurant fehlen die Voraussetzungen, der Betrieb wird als Café geführt.“

„Unser Angebot richtet sich an alle“, so Klausner weiter, „deshalb werden wir sonntags nach der Messe Ältere und in ihrer Mobilität Beeinträchtigte mit einem Shuttledienst zum Sportplatz und ins Dorf zurück transportieren.“


Kommentieren


Schlagworte