Luftqualität - Deutsche Umweltministerin räumte Versäumnisse ein

Brüssel/Berlin (APA/dpa) - Vor einem Krisengespräch über Luftreinheit in Brüssel hat die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks Versäum...

Brüssel/Berlin (APA/dpa) - Vor einem Krisengespräch über Luftreinheit in Brüssel hat die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks Versäumnisse der Deutschen Bundesregierung eingeräumt. Die Bemühungen im Kampf gegen verdreckte Luft in Städten reichten aus Sicht der EU-Kommission vermutlich nicht aus, um eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof abzuwenden, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag dem Südwestrundfunk.

Gleichzeitig appellierte sie an die Autoindustrie, Dieselfahrzeuge „sauber zu bekommen“. Hendricks kam Dienstagfrüh zur EU-Kommission, die Vertreter aus insgesamt neun EU-Ländern wegen langjähriger Überschreitung von Schadstoffwerten in Städten einbestellt hatte.

Umweltkommissar Karmenu Vella will den Regierungen nach eigenen Worten eine letzte Chance geben, durch zusätzliche Maßnahmen die Luft rasch sauberer zu bekommen. Andernfalls will er vor dem EuGH klagen.

In Deutschland werden in Dutzenden Städten zu hohe Stickoxidwerte gemessen. Neben Deutschland sind Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Rumänien, Ungarn, Tschechien und die Slowakei betroffen.

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Es gehe um den Schutz der Bürger vor schweren Krankheiten wie Asthma, Lungenkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagte Vella vor dem Treffen. Mehr als 400.000 Europäer jährlich sterben demnach vorzeitig wegen zu schlechter Luft. „Es hat keinen Sinn, den Eltern eines siebenjährigen Kindes mit chronischer Bronchitis zu sagen, dass die Lage sich 2030 bessern werde“, schrieb Vella in einem Blogbeitrag. Die Mitgliedstaaten müssten rasch und effektiv handeln.

Greenpeace demonstrierte vor dem Brüsseler Treffen vor dem Gebäude der EU-Kommission. Mit aufgemalten blauen Lungen auf nackten Oberkörpern und Bannern forderten Umweltschützer „Clean Air Now“ (Saubere Luft jetzt).


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