Argentiniens Regierungschef verbietet Freunderlwirtschaft

Buenos Aires (APA/dpa) - Keine Jobs mehr für Ehefrauen, Brüder oder Neffen: Der argentinische Präsident Mauricio Macri hat ein Verbot von Gü...

Buenos Aires (APA/dpa) - Keine Jobs mehr für Ehefrauen, Brüder oder Neffen: Der argentinische Präsident Mauricio Macri hat ein Verbot von Günstlingswirtschaft in hohen Regierungsämtern und Verwaltung angekündigt. Minister dürften in Zukunft keine engen Familienmitglieder mehr beschäftigen, teilte Macri am Montag (Ortszeit) mit.

Derzeit angestellte Verwandte müssen ihre Arbeitsplätze räumen. „Kein Minister kann Verwandte in der Regierung haben“, sagte Macri dem Radiosender Mitre. Mehrere Verwandte von Ministern hätten bereits ihre Rücktritte bekanntgegeben, berichtete die Zeitung „La Nacion“.

Die Ankündigung war Teil einer Reihe von Kürzungen im öffentlichen Dienst. So will Macri ein Viertel der politischen Posten streichen, für die verbliebenen Amtsinhaber soll es in diesem Jahr keine Gehaltserhöhungen geben. Die Regierung hofft, so jährlich umgerechnet etwa 62 Millionen Euro einzusparen. „Der Sparkurs muss in der Politik beginnen“, sagte der Regierungschef.

Die Opposition kritisierte die Maßnahme als Schummelei. „Sind sie blöd oder glauben Sie, dass wir es sind“, schrieb die ehemalige Regierungschefin Cristina Fernandez de Kirchner auf Twitter. Macri habe bei seinem Amtsantritt neue Ministerien geschaffen und die Zahl der Posten so um 25 Prozent erhöht, berichtete die Zeitung „Tiempo Argentina“.

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Macri, der im kommenden Jahr zur Wiederwahl antritt, versucht mit seinen Reformen, die angeschlagene Wirtschaft des südamerikanischen Landes anzukurbeln und das Defizit zu schmälern.


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