Nachträgliche Widmungen sorgen in Sautens für Diskussionen

Die Opposition im Gemeinderat von Sautens ortet zweierlei Maß, wenn es um das Sanieren von Schwarzbauten in der Gemeinde geht.

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Von Agnes Dorn

Sautens –Welche Gemeinde kennt das nicht? Einen Garagen- oder Swimmingpool-Bauer, der aus welchen Gründen auch immer nicht berücksichtigt hat, dass die Widmung der Fläche, auf der das neue Objekt seiner Begierde stehen wird, nicht die richtige ist. Gebaut und genutzt wird dann aber trotzdem. Doch irgendwann kommt dann der Moment, an dem der Gemeinderat beschließt, sich der Angelegenheit zu widmen. Oft Jahre später ist es dann gar nicht mehr so einfach, den längst errichteten Schwarzbau wieder reinzuwaschen, wie auch die Gemeinde Sautens im Fall eines Carports in den letzten Monaten erfahren musste.

Denn der Grund, auf dem sich das bauliche Objekt befindet, ist derzeit noch als Freiland gewidmet und das Land Tirol hat sich nun gegen eine Umwidmung in Sonderfläche Parken ausgesprochen: Die Fläche der gesamten Parzelle sei zu groß, um sie bei der derzeit gültigen Fortschreibung des Raumordnungskonzepts umzuwidmen. „Der zweite Punkt ist, dass sich die Fläche außerdem in der gelben Zone befindet, daher darf dort nur alles, was unbedingt notwendig ist, umgewidmet werden“, erläuterte Raumplaner Hugo Schöpf weitere Argumente gegen die Umwidmung der gesamten Fläche.

Also noch einmal alles von vorn und nur noch die Hälfte zur Umwidmung beschließen hieß es daher bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Sautens. Mit eindeutiger Mehrheit (sieben Stimmen dafür, eine dagegen, drei Enthaltungen) wurde der Beschluss dann auch vollzogen.

„Man hat das Gefühl, der eine darf, der andere nicht“, kritisierte im Anschluss Ersatz-Gemeinderat Günther Parth, dass nicht jeder Schwarzbau gleich behandelt werden würde. Und er sprach dabei eine Angelegenheit an, bei der ein anderer Sautner seinen ebenfalls in Schwarzbauweise errichteten Swimmingpool wieder abbauen musste. „Ich bin da nicht stolz darauf, dass es so gekommen ist“, bemerkte Bürgermeister Manfred Köll zur Angelegenheit und erinnerte daran, dass der betroffene Sautner sich in einer anderen Sache (als Anrainer der Lafeld-Baugründe) auch nicht kooperativ gezeigt hätte.

Um das Zustandekommen eines weiteren „Schwarzbaus“ zu verhindern, wurde in derselben Sitzung außerdem ein Bebauungsplan für eine Fläche beschlossen, der es den Grundeigentümern ermöglichen soll, ihr Grundstück zu teilen und schon im Vorfeld die neuen Grenzabstände genehmigt zu bekommen. Die Bemerkung, dass das Gebäude im derzeitigen Zustand ein „prädestinierter Schwarzbau“ sei, wie Köll mit Seitenblick auf die vorangegangene Diskussion festhielt, ließ Schöpf nicht unerwidert im Raum stehen. So, wie die zwei Gebäude derzeit auf einer Parzelle stehen würden, wäre ja alles legal.

Nur bei einer Grundteilung (die eben noch nicht erfolgt ist) würde sich das Problem der fehlenden Grenzabstände ergeben.

Da man nun aber vorsorgt, entsteht in diesem Fall erst gar kein Schwarzbau – auch nicht vorübergehend.


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