Nach durchtauchter Grippe will Herzog „keine Fehler mehr machen“

Herzog hütete mit einer Influenza tagelang das Bett, bricht aber heute programmgemäß als erste ÖOC-Athletin Richtung Südkorea auf.

Vanessa Herzog fliegt heute mit Trainer-Gatte Thomas nach Pyeongchang.
© gepa

Von Max Ischia

Innsbruck –Wer wie Vanessa Herzog im Vorfeld der Olympischen Spiele die ersten beiden Weltcupsiege einfährt und zu einer ernsthaften Medaillenanwärterin avanciert, der weckt Begehrlichkeiten. Dementsprechend stattlich war vergangene Woche der Rummel und mediale Andrang rund um Österreichs Eisschnelllauf-Hoffnung bei der Einkleidung und der anschließenden Verabschiedung des ÖOC-Teams. Den damit einhergegangenen Interview-Marathon in direktem Zusammenhang mit einer eingefangenen Grippe gleichzusetzen, ist weder seriös noch von der Hand zu weisen. In jedem Fall lag die Tirolerin die vergangenen Tage flach. Nicht mit einem grippalen Infekt, sondern mit einer „richtigen Influenza“, wie es Thomas Herzog, der Manager-Trainer-Gatte, ausdrückte. Noch am Freitagabend hatte der Fiebermesser an der 40-Grad-Celsius-Marke gekratzt. „Freitag waren es 39,7, am Samstag 38,7 und am Sonntag war es noch erhöhte Temperatur.“

Gestern war Vanessa erstmals wieder auf den Beinen und unterbrach das olympische Packen für einen gemütlichen Spaziergang. Denn allen viralen Turbulenzen zum Trotz wird das Ehepaar Herzog heute programmgemäß die Reise nach Südkorea antreten – quasi als Vorhut der 105-köpfigen Athletenschar. Mit im Handgepäck: reichlich Desinfektionstücher. Eine Empfehlung von Vertrauensärztin Eva Vadlau, Mutter von Segelweltmeisterin Lara. „Ich bin zuversichtlich, dass Vanessa schon bald wieder voll bei Kräften sein wird“, orakelte Thomas Herzog, „aber ebenso klar ist, dass wir jetzt keine Fehler mehr machen dürfen.“

Neben der Meidung von Menschenmassen ist es auch denkbar, dass man die vier geplanten Olympia-Starts halbiert. Insbesondere hinter dem Auftaktbewerb, den 1500 m am 12. Februar, steht ein Fragezeichen. „Der Auftaktbewerb wäre grundsätzlich zum Warmlaufen gedacht, aber wir werden auch nicht unnötig Kräfte verschwenden“, wollen die Herzogs erst einmal die ersten Tage in Südkorea abwarten. Gespannt sieht man auch der Eisbeschaffenheit entgegen. „Zum einen wird das Eis wegen der Küstennähe äußerst salzhaltig sein, was es breiig und langsam macht. Zum anderen wird das Eis von Kanadiern aufbereitet, die gewöhnlich für extrem hartes und schnelles Eis stehen.“ Die Herzogs hoffen inständig auf Zweiteres.

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