Amnesty verurteilt Gewalt des nigerianischen Militärs

Abuja (APA/dpa) - Amnesty International wirft dem nigerianischen Militär bei der Bekämpfung jüngster Stammeskonflikte unverhältnismäßige Gew...

Abuja (APA/dpa) - Amnesty International wirft dem nigerianischen Militär bei der Bekämpfung jüngster Stammeskonflikte unverhältnismäßige Gewalt vor. Bei Zusammenstößen zwischen Nomaden und ansässigen Bauern seien allein im Jänner in fünf betroffenen Teilstaaten mindestens 168 Menschen ums Leben gekommen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

„Die Regierung muss ihre Strategie in Bezug auf diese tödlichen Zusammenstöße komplett ändern, damit die Krise nicht außer Kontrolle gerät“, so Amnesty-Landesdirektor Osai Ojigho.

In mindestens einem Fall im Teilstaat Adamawa habe die nigerianische Luftwaffe sogar Kampfflugzeuge eingesetzt, um Zusammenstöße zu beenden. Zeugenaussagen zufolge kamen bei dem Konflikt mindestens 86 Menschen ums Leben, 35 davon in Folge der Luftangriffe. Ein solcher Beschuss der Zivilbevölkerung sei „rechtswidrig und entsetzlich“, so Amnesty weiter. In den Dörfern seien durch die Luftangriffe auch zahlreiche Häuser zerstört worden.

In Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichstem Land mit rund 185 Millionen Einwohnern, kommt es zuletzt immer häufiger zu Kämpfen um Weideland. Oft sind es nomadisch lebende muslimische Kuhhirten der nördlichen Volksgruppe der Fulani, die in die vorwiegend christlichen südlichen Teilstaaten wie Benue und Taraba vordringen.

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~ WEB http://www.amnesty.org/ ~ APA460 2018-01-30/16:42


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