Deutsche Metall-Arbeitgeber kündigen Klage gegen Warnstreiks an

Hamburg (APA/AFP) - Der norddeutsche Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, Nordmetall, will am Mittwoch Klage gegen die Warns...

Hamburg (APA/AFP) - Der norddeutsche Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, Nordmetall, will am Mittwoch Klage gegen die Warnstreiks der Gewerkschaft IG Metall einlegen. Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main solle die „Rechtswidrigkeit“ der 24-Stunden-Warnstreiks feststellen, teilte Nordmetall am Dienstag mit.

Die Arbeitgeber halten demnach die von der Gewerkschaft geforderte zeitweise Arbeitszeitreduzierung bei teilweisem Lohnausgleich für eine „massive Diskriminierung“ der Beschäftigten, die schon heute in Teilzeit arbeiten.

„Wir sind die ersten, die die Klage ankündigen. Aber alle Metall- und Elektro-Arbeitgeber sind sich einig und wollen sich wehren“, sagte ein Nordmetall-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Mittwochmorgen wollen demnach die anderen regionalen Arbeitgebervereinigungen entscheiden, ob sie sich der Klage anschließen.

Er könne sich nicht daran erinnern, wann die Arbeitgeber zuletzt zu so einem Mittel gegriffen hätten, sagte der Sprecher weiter: „Wir befinden uns mit der Tagesstreik-Eskalation der IG Metall in einer neuen Gefechtslage“.

Die IG Metall hat für Dienstagabend die ersten Warnstreiks über 24 Stunden angekündigt. Bundesweit will sie von Mittwoch bis Freitag Beschäftigte in mehr als 250 Unternehmen zu diesen Arbeitsniederlegungen aufrufen und so den Druck erhöhen.

Am Samstag waren die Gespräche im Pilotbezirk Baden-Württemberg gescheitert - vor allem am Streit über einen von der IG Metall geforderten Zuschuss für Beschäftigte mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen oder in Schichtarbeit, den die Arbeitgeberseite strikt ablehnt.

Sollte ein Arbeitsgericht die Warnstreiks für rechtswidrig erklären, könnten betroffene Betriebe laut dem Nordmetall-Sprecher Schadensersatz fordern: „Unsere Botschaft an die IG Metall: Wenn ihr rechtswidrig streikt, müsst ihr auch die rechtlichen und finanziellen Folgen tragen“.

Die 24-Stunden-Warnstreiks sind ein neues Streikkonzept der IG Metall. Warnstreiks dauern üblicherweise nur wenige Stunden. Anders als bei zeitlich unbegrenzten flächendeckenden Streiks ist dafür aber keine Urabstimmung der Mitglieder eines ganzen Gewerkschaftsbezirks nötig. Die Mitarbeiter des warnstreikenden Betriebs entscheiden allein.


Kommentieren