Olympia: Anlagen-Tests in Südkorea brachten für Österreich vier Siege

Pyeongchang/Wien (APA) - Mit Generalproben ist das so eine Sache. Wenn alles nach Wunsch verläuft, darf man sich auf den Showdown freuen. We...

Pyeongchang/Wien (APA) - Mit Generalproben ist das so eine Sache. Wenn alles nach Wunsch verläuft, darf man sich auf den Showdown freuen. Wenn sie misslingt, wird der alte Theater-Spruch bemüht, wonach eine verpatzte Generalprobe für eine gelungene Premiere steht. Demnach ist für Österreichs Teilnehmer an den Winterspielen in Pyeongchang alles möglich, gab es doch Licht und Schatten bei den Tests auf den Olympiaanlagen.

Die Alpinskiläufer waren im Februar 2016 bzw. März 2017 in Südkorea zu Gast und testeten die Speedstrecken in Jeongseon. Bei den Herren sorgte vor zwei Jahren im Super-G Vincent Kriechmayr als Dritter für einen Podestrang. Der Oberösterreicher weiß aber ebenso noch, dass „es in der Abfahrt nicht nach Wunsch verlaufen“ ist. Die Besten aus dem ÖSV-Lager waren Otmar Striedinger (6.) und Romed Baumann (9.), die beide nicht nominiert sind. Hannes Reichelt war Zwölfter. Bei den Damen war Tamara Tippler Abfahrts-Fünfte, Nicole Schmidhofer kam auf Rang acht im Super-G.

Viel besser lief es für Ex-Weltmeisterin Andrea Limbacher, die im Februar 2016 die Olympia-Generalprobe der Ski-Crosser im „Bokwang Phoenix Park“ gewann. „Es ist für jeden was dabei, es sind technische Elemente drinnen, große Elemente drinnen, es ist eine faire Geschichte. So schlecht dürfte mir der Parcours nicht liegen, ich freue mich richtig drauf“, sagte die Oberösterreicherin, die sich nicht zu viel Druck machen will. „Man muss das Ganze passieren lassen.“ Für die Cross-Herren und Freeskier lief es weniger gut.

Glänzend setzten sich die Snowboarder in Szene. Im Februar 2017 gab es im Parallel-Riesentorlauf einen Doppelsieg durch Andreas Prommegger und Sebastian Kislinger. Im Damen-Rennen war noch Potenzial nach oben, Claudia Riegler, Ina Meschik und Julia Dujmovits kamen auf die Ränge neun bis elf. Bei den Crossern zeigte Alessandro Hämmerle als Vierter auf. Freestylerin Anna Gasser, eine von Österreichs großen Gold-Hoffnungen in Südkorea, verpasste die Generalprobe verletzungsbedingt.

Im Eiskanal wurde vergangenen Februar getestet. Die Doppelsitzer Peter Penz/Georg Fischler als Vierte und Thomas Steu/Lorenz Koller als Fünfte schrammten knapp am Podest vorbei. Birgit Platzer errang den fünften Platz, Wolfgang Kindl nur den zehnten. Zum Abschluss schaute ein Podestplatz in der Teamstaffel mit Platzer, Kindl und Penz/Fischler auf Rang zwei heraus, das Resümee von ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl fiel dennoch zwiespältig aus.

Im März waren die Bob-Piloten an der Reihe, auch da blieb noch viel Luft nach oben. Christina Hengster/Sanne Dekker kamen auf Rang zwölf, Benjamin Maier mit seiner Vierer-Crew auf 16 und im Zweier mit Markus Sammer auf 25. Im Skeleton kam zeitgleich ebenfalls das Weltcupfinale zur Austragung, Janine Flock landete auf Rang zwölf, ihr Lebensgefährte und ebenfalls Olympia-Teilnehmer Matthias Guggenberger wurde 22.

Auch die Nordischen durchliefen und sprangen die Olympiaanlagen, sie schlugen ihre Zelte im Februar 2017 auf. Skispringer Stefan Kraft gewann den Bewerb von der Großschanze und wurde von der Normalschanze Zweiter, die ÖSV-Damen hatten die Reise nach Südkorea nicht angetreten. Kombinierer Mario Seidl erreichte als Zweiter und Dritter seine ersten Einzel-Podestplätze im Weltcup überhaupt. „Die Schanze ist echt maßgeschneidert für mich“, sprach er. Im Langlauf war Österreich wie der Großteil der Welt-Elite bei der Generalprobe nicht am Start.

Hervorragende Leistungen zeigten die Biathleten auf der windanfälligen Anlage in Pyeongchang. Julian Eberhard triumphierte im Sprint, Dominik Landertinger wurde Vierter. In der Verfolgung kam Julian Eberhard als Dritter ebenfalls auf das Podest, Simon Eder reihte sich als Vierter ein. Für die Herren-Staffel gab es zum Abschluss Platz zwei, die Damen wurden nur 16.

Von den Hallen-Eissportlern waren im Februar 2017 die Eisschnellläufer Vanessa Herzog und Linus Heidegger bereits in Gangneung und bestritten die Einzelstrecken-WM. Über 500 m wurde Herzog 15., über 1.000 m 20. und im Massenstart Neunte, mit der aktuellen Form sollte sie bei den Winterspielen aber in die Nähe von Medaillen kommen. Heidegger wurde Massenstart-17., sein nicht für Olympia qualifizierter Kollege Armin Hager Fünfter.


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