Krebs - Zahl 2 - Zulassung versus Verfügbarkeit

Wien (APA) - Die ESMO-Wissenschafter listeten in der wissenschaftlichen Arbeit in Tabellen die wichtigsten neuen Krebsmedikamente auf und kl...

Wien (APA) - Die ESMO-Wissenschafter listeten in der wissenschaftlichen Arbeit in Tabellen die wichtigsten neuen Krebsmedikamente auf und klassifizierten je Land Erhältlichkeit, Kosten für den einzelnen Patienten bzw. den Erstattungsgrad im jeweiligen Gesundheitssystem. Die klarsten Trennlinien lassen sich zwischen West- und Osteuropa ziehen.

Während beispielsweise in Finnland alle der modernsten beim Melanom eingesetzten Medikamente uneingeschränkt und kostenfrei erhältlich sind, gibt es sie in Serbien faktisch nicht. Quer durch alle untersuchten Krebsarten zeigt sich Österreich in einer guten Situation. Eine Kostenbeteiligung der Patienten ist via normale Rezeptgebühr nur für jene Onkologika vorhanden, welche außerhalb der Spitäler auf Kassenrezept verschrieben werden. Einzelne der Medikamente werden in Österreich nicht verwendet. Da die Onkologie in Österreich auf - zumeist - spezialisierte Krankenhaus- bzw. Klinikabteilungen konzentriert ist, fallen die Kosten vor allem in den Spitälern bzw. auf der Seite der Bundesländer an.

„Österreich gibt im Jahr pro Person rund 200 Euro für Krebs aus, Polen nur 50 Euro“, sagte zu diesem Thema Christoph Zielinski, Koordinator des Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH. In Österreich lag 2013 laut dem OECD-Bericht „Health at a Glance 2016“ die Krebsmortalität bei etwa 240 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern, in Polen waren es rund 300 Todesfälle pro 100.000 Einwohner.

Klar ließ sich an der wissenschaftlichen Arbeit auch erkennen, dass die Zulassung eines neuen Krebsmedikaments durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch nicht darüber Auskunft gibt, welche Mittel in welchem Land auch für die Patienten eingesetzt werden können: Herstellung/Import, Kauf durch das staatliche Gesundheitswesen, Spitäler oder Krankenkassen, die Anwendung von Behandlungsleitlinien laut den wissenschaftlichen Erkenntnissen und die Beteiligung der Patienten an den Kosten sind das Entscheidende.

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