Prozess gegen Steudtner und andere Menschenrechtler fortgesetzt

Ankara (APA/dpa) - In Abwesenheit von Peter Steudtner ist der Prozess gegen ihn und zehn weitere Menschenrechtler in Istanbul fortgesetzt wo...

Ankara (APA/dpa) - In Abwesenheit von Peter Steudtner ist der Prozess gegen ihn und zehn weitere Menschenrechtler in Istanbul fortgesetzt worden. Zu Beginn des dritten Verhandlungstages am Mittwoch wurde nach Angaben von Amnesty International ein weiterer Zeuge angehört.

Die Organisation fordert die Einstellung des Verfahrens für alle elf Beschuldigten und die Freilassung des ebenfalls angeklagten Amnesty-Vorsitzenden Taner Kilic, der seit mehr als sieben Monaten in Izmir unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft sitzt. Er wurde bisher per Video in den Gerichtssaal in Istanbul zugeschaltet.

Amnesty bezeichnet den Prozess als „politisch motiviert“. Er habe das Ziel, „kritische Stimmen in der Türkei zum Schweigen zu bringen“, erklärte die Organisation. Der Generalsekretär von Amnesty Deutschland, Markus Beeko, hatte der Deutschen Presse-Agentur vor der Fortsetzung des Verfahrens gesagt, er hoffe, dass es keine weitere „politische Instrumentalisierung“ des Verfahrens gebe.

Steudtner, seinem schwedischen Kollegen Ali Gharavi und neun türkischen Menschenrechtlern werden „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Unter den elf Angeklagten ist auch die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser.

TT-ePaper gratis testen und 20 x € 100,- Einkaufsgutscheine gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch

Alle Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück. Zum Prozessauftakt am 25. Oktober hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und Gharavi reisten am Tag darauf nach Berlin. Sie nehmen an der Fortsetzung des Verfahrens in Istanbul nicht teil.


Kommentieren