Eure Meinung ist gefragt: Nightliner oder Taxi-Gutschein im Zillertal?

Die ÖVP sieht nicht genügend Bedarf für einen Nightliner im Zillertal. Die SPÖ hält am Nachtbus fest. Wir wollen wissen, was denn die Jugendlichen bevorzugen?

Wer auf einen Nightliner ins Zillertal hofft, muss noch weiter Geduld aufbringen. (Symbolfoto)
© Böhm

Jugendliche sollen im Zillertal in der Nacht sicher von A nach B kommen. Dazu wurde ein Plan für einen Nightliner erstellt, der via drei Linien in der Nacht zwischen Mayrhofen und Jenbach verkehrt.

Als zweite Variante wird derzeit an einem Taxi-Gutschein-Modell gearbeitet, bei dem Gemeinden Gutscheine ausgeben, um die Taxifahrt zu verbilligen. Wie viele Gutscheine pro Person ausgegeben werden oder wie groß die Vergünstigung ist, ist noch unklar.

Hintergrund: Taxi-Gutscheine vs. Nightliner

Jede Stimme zählt — dieses Motto verfolgte die Volkspartei am Mittwoch im Bezirk Schwaz. LH Günther Platter tourte mit seinen Listenkollegen durch die Region, schüttelte unzählige Hände, lächelte für Fotos, wiederholte seine Wahlsprüche und versichert­e, auch im Bezirk schwierige Themen anzugehen.

Das ist nichts Neues in Wahlkampfzeiten. Neu hingegen ist, dass die Volkspartei den Nightliner ins Zillertal nicht mehr unterstützt. Es gab einen Landtagsbeschluss, laut dem sich die Gemeinden aktiv in eine Realisierung eines Nightliners einbringen sollen. „Ein Grundsatzbeschluss ist das eine, die Umsetzung etwas ganz anderes", sagte LHStv. Josef Geisler im Pressegespräch in Rotholz. Man sei momentan mit dem VVT im Gespräch für ein „bedarfsgerechtes System". Und zwar eines, das aus Taxis besteht. Mit Gutscheinen sollen die Jugendlichen leistbar in der Nacht wieder nach Hause kommen. „Wir haben mit Eltern gesprochen, die ihre Mädchen in der Nacht nicht mit einem Bus voller Betrunkener fahren lassen wollen", sagt Geisler.

Auch der Großteil der Bürgermeister im Tal sei für ein Taxi-Gutschein-Modell. Auf die Frage, was denn eigentlich die Jugendlichen wollen, schaltete sich LA Kathrin Kaltenhauser ein: „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen in der Nacht sicher nach Hause kommen und dass auch jene, die in den Berggemeinden wohnen, bis vor die Haustür gebracht werden."

Fügens Bürgermeister Dominik Mainusch plädierte vor Kurzem noch für einen Nightliner. „Der Bedarf muss natürlich abgedeckt werden. Wenn ein Bus nicht voll ist, werfen wir Geld beim Fenster hinaus", sagt er ausweichend. Es brauche einen Konsens der Talgemeinden.

SPÖ will Nachtbus ins Zillertal

Die Junge Generation der SPÖ hält hingegen am Nightliner ins Zillertal fest. „Wir wollen nicht nur eine Nachtlinie für die Jugend, sondern auch bessere Verbindungen am Abend und Morgen für die Pendler", sagt Bezirksvorsitzender Robert Palaver aus Zell.

Es gehe darum, dass die Jugendlichen kostengünstig und sicher von A nach B kommen. Aber auch darum, dass der öffentliche Verkehr ausgebaut wird und weniger junge Menschen in den Zentralraum abwandern.

Grund genug für die Jungpolitiker, ein Zeichen vor der Landtagswahl zu setzen: Sie verteilen 5000 Postkartenflyer an den Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen. „Diese können als Zeichen für den Nightliner frankiert werden und ans Land Tirol oder an den Planungsverband geschickt werden", erklärt Palaver. (emf)

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