Mit Frust im Gepäck nach Japan

Olympia-Ticket knapp verpasst, aber der Tiroler ÖSV-Kombinierer Lukas Greiderer (24) hat noch viel vor.

Optimistischer Blick in die Zukunft: Der Absamer Lukas Greiderer zeigte bei der WM-Generalprobe in Seefeld mit Platz zwölf auf.
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck, Hakuba –Verbittert, trotzig oder nachtragend? „Das bin ich nicht“, sagt Lukas Greiderer. Der Tiroler durfte bis zuletzt auf einen Startplatz im Olympia-Team der Nordischen Kombinierer hoffen, verpasste die Gelegenheit beim Seefeld-Triple am vergangenen Wochenende schließlich nur knapp. Die Enttäuschung habe er hinuntergeschluckt, er versuche, das Positive zu sehen: Die Richtung stimme, aber statt Südkorea wurde es Japan, statt der Winterspiele in Pyeongchang der Weltcup in Hakuba. Es ist ein Weltcup der „Daheimgebliebenen“, auch Greiderer hat den Frust mit im Gepäck. Die ÖSV-Olympiastarter (Klapfer, Denifl, Seidl, Gruber, Rehrl) verzichten ebenso auf ein Antreten wie die Top-Athleten aus Deutschland und anderen Nationen.

Greiderer will wie zuletzt bei der WM-Generalprobe in Seefeld aufzeigen. „Wenn es so weitergeht wie zuletzt in Seefeld, bin ich schon sehr zufrieden“, sagt der 24-jährig­e Absamer. Wie ein Routinier dämpft er vor Ort die Erwartungen: „Die Schanze hier ist sehr windanfällig, Japan hat eigen­e Gesetze.“

Weil er die Olympia-Vorgabe (Top-Ten-Platz) als Zwölfter in Seefeld knapp verfehlte, bekam doch noch Franz-Josef Rehrl (Stmk.) den Vorzug. Die Enttäuschung über das Olympia-Aus lag Greiderer „natürlich ein paar Stunden im Magen. Jetzt habe ich mich damit abgefunden, ich kann es ohne­dies nicht mehr ändern.“ Aufstehen, Mund abputzen und beim Weltcup in Japan (Samstag und Sonntag) den Frust rauslaufen. Mit Christian Deuschl (Nordic Team Absam) darf ein zweiter Tiroler Weltcup-Luft schnuppern. Für den 20-Jährigen ist es nach Ramsau/Dachstein die zweite Weltcup-Station.

Nach dem verpassten Olympia-Ticket soll es um Greiderer, dessen Bruder Simon im Skisprung-Continentalcup im Einsatz ist, nur kurz ruhig werden: „Ich werde während Olympia eine Pause einlegen, trainieren und die Akkus aufladen.“ Nach den Spielen warten noch einige Weltcups bis zum Saisonfinale am 24. und 25. März in Schonach. Das Fernziel ist die Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld. Da will er – wie auch der derzeit verletzt­e David Pommer – um Medaillen mitmischen.

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