Maisengasse erzählt belebte Geschichte

Von Matthias Reichle...

Eine historische Ansicht der Landecke­r Innenstadt.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck –Wer an einen kleinen, frechen Vogel denkt, ein gezwitschertes „Tsi-tsi-bäh, tsi-tsi-bäh“ vor dem Fenster, der liegt falsch. „Die Maisengasse leitet ihren Namen nicht von den schönen Singvögelchen her, sondern aus dem Lateinischen“, erklärt der Landecker Stadtchronist Georg Zobl. Ursprung könnte das Wort „masio“ sein, das so viel wie Wohnung bedeutet. Über Jahre hat sich der Historiker mit dem Straßenzug beschäftigt, der für ihn „der interessanteste“ von ganz Landeck ist, wie er als Erklärung zu seiner neuen Ausstellung in der Galerie im Rathaus unterstreicht.

Heute kämpft die Maisengasse mit allerlei Problemen. Insgesamt gilt der Straßenzug nicht unbedingt als Schmuckstück von ganz Landeck. „Früher war er ganz anders belebt“, betont Bürgermeister Wolfgang Jörg. Inzwischen gibt es allerlei Versuche und Diskussionen zur Wiederbelebung – von der Dorfkernrevitalisierung bis zur Pflasterung.

Zobl schaut hingegen in die Vergangenheit. Im Mittelalter, als die Straße zum Reschen noch über die „Platte“ führt­e, zog der gesamte Verkehr durch die Maisengasse über die Gerberbrücke hinauf zum Arlberg. Haus für Haus hat der Stadtchronist die Geschichte akribisch dokumentiert – und dabei so manches Kuriose zutage gefördert. Etwa dass vier Landecker Bürgermeister aus der Maisengasse stammen. Mit vielen Fotografien begibt sich die Schau auf eine Zeitreise – etwa zur größten Brandkatastrophe Landecks 1885, bei der fast alle Häuser der Gasse dem Feuer zum Opfer fielen. Ein Augenschmaus sind die alten Fotos: etwa jenes, das belegt, dass die Rinder für den Viehmarkt über die Maisengasse getrieben wurden.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 28. Februar 2018, jeweils zu den Amtsstunden.

Peter Vöhl, Jakob Egg, Georg Zobl, Bürgermeister Wolfgang Jörg und Christia­n Rudig bei der Eröffnung der Ausstellung.
© Reichle

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