Schweizerische Depeschenagentur wird weiter bestreikt

Die sda-Mitarbeiter wehren sich seit Dienstag mit einem alle Ressort betreffenden Ausstand gegen den geplanten Abbau von 35 der 180 Jobs.

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Bern – Die Schweizer Nachrichtenagentur sda wird auch am heutigen Mittwoch bestreikt. Als Grund nannte die Gewerkschaft, dass die Leitung der Schweizerischen Depeschenagentur (sda) bisher keine konkreten Gesprächsangebote gemacht habe. Die sda-Mitarbeiter wehren sich seit Dienstag mit einem alle Ressort betreffenden Ausstand gegen den geplanten Abbau von 35 der 180 Jobs.

Das Personal sei entschlossen, den Streik erst zu beenden, „wenn konkrete Ergebnisse auf dem Tisch lägen“, hieß es vom Branchenverband Impressum. Die Entscheidung für die Verlängerung des Streiks sei am Dienstagabend bei einer Personalversammlung „einstimmig“ gefallen. Die sda-Führung begründet das Sparpaket mit einem für heuer erwarteten Defizit von 3,1 Millionen Franken (2,68 Mio. Euro), aber auch mit Änderungswünschen der Kunden bezüglich des sda-Dienstes.

Viele Schweizer Medienschaffende äußerten ihre Solidarität mit den sda-Journalisten. Die zuständige Ministerin Doris Leuthard sagte, sie mache sich „Sorgen“. Die Ereignisse rund um die Nachrichtenagentur und ihre öffentliche Aufgabe befeuern auch die schon bisher hitzig geführte Diskussion über die von Kreisen um die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) geforderte Abschaffung der Rundfunkgebühren (Billag).

Eine entsprechende Volksinitiative kommt am 4. März vor das Stimmvolk. Eine Annahme der „No Billag“-Volksinitiative würde den öffentlich-rechtlichen Rundfunksender SRG in seiner Existenz bedrohen, Kritiker befürchten eine „Berlusconisierung“ der Schweizerischen Medienlandschaft angesichts des zunehmenden Einflusses des Milliardärs und SVP-Magnaten Christoph Blocher. (APA/sda)

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