Die Geschichte des Informationskonzerns Thomson Reuters - Chronologie

London/New York (APA/Reuters) - Der Informationskonzern Thomson Reuters verkauft die Mehrheit an seiner Finanzmarktsparte an den US-Finanzin...

London/New York (APA/Reuters) - Der Informationskonzern Thomson Reuters verkauft die Mehrheit an seiner Finanzmarktsparte an den US-Finanzinvestor Blackstone. Die Ursprünge des Unternehmens reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert, als Paul Julius Reuter den Wert von schnellen Nachrichten erkannte und mit Brieftauben Börsenkurse zwischen Brüssel und Aachen hin- und herfliegen ließ.

Das heutige Unternehmen ging 2008 aus der Übernahme von Reuters durch den kanadischen Datenanbieter Thomson hervor. Es folgt ein Überblick über die Entwicklung der beiden Unternehmen:

1851 - Der Unternehmer Paul Julius Reuter zieht nach London und gründet eine Nachrichtenagentur sowie einen Dienst für Aktienkurse.

1932 - Roy Thomson, Sohn eines Barbiers, der mit 14 die Schule verließ um Buchhalter zu werden, eröffnet einen Radiosender in Kanada und kauft später seine erste Tageszeitung „The Timmins Press“.

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1941 - Die „Reuter Trust Principles“ werden ins Leben gerufen, eine Vereinbarung zwischen den Eigentümern von Reuters und dem britischen Presseverband, dass Reuters unabhängig und unparteiisch Nachrichten liefert.

1959 - Thomson expandiert mit der Übernahme der Zeitung „The Sunday Times“ nach Großbritannien und kauft später auch die „Times“.

1973 - Reuters führt mit dem Reuter Monitor Money Rates Service den ersten elektronischen Marktplatz für Devisen und Geldmarktsätze ein. Später kommt ein Dienst für den Devisenhandel über Video-Terminals hinzu.

1981 - Thomson verkauft die Londoner Tageszeitung „The Times“ an Rupert Murdochs News International.

1984 - Reuters geht an die Börse, die Aktien werden in London und an der Nasdaq gelistet.

1996 - Thomson verkauft seine Beteiligungen in Großbritannien sowie 43 Tageszeitungen in den USA und Kanada. Zugleich erwirbt das Unternehmen den US-Anbieter für Rechtsinformationen West Publishing.

2008 - Thomson übernimmt den britischen Konkurrenten Reuters für 8,7 Mrd. Pfund (aktuell rund 9 Mrd. Euro). Das waren zum damaligen Umrechnungskurs 17 Mrd. Dollar. Thomson Reuters bietet Nachrichten in Echtzeit und Analytik für den Finanzsektor, juristische Informationen, Angebote zu Steuern und Rechnungswesen sowie Nachrichten für Zeitungen, Fernsehen, Radio und Webseiten weltweit.

2018 - Thomson Reuters verkauft 55 Prozent an dem Geschäft mit Kapitalmarktinformationen an die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone. Der Bereich Financial & Risk erwirtschaftete 2016 mit 6,1 Mrd. Dollar (4,9 Mrd. Euro) mehr als die Hälfte der gesamten Konzernumsätze. Der Deal bewertet das Geschäft mit 20 Mrd. Dollar einschließlich Schulden.


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