Rechnungshof ortet Defizite bei Anti-Dopingagentur

Bundesrechnungshof fordert in Prüfbericht über NADA strukturelle Ver-besserungen. Mehr Frauen sollen künftig in Kommissionen vertreten sein.

2016 hat die Nationale Anti-Dopingagentur 2600 Kontrollen durchgeführt.
© gepa

Von Peter Nindler

Wien –Der Bund, die Länder, die Bundessportorganisation und das Österreichische Olympische Komitee sind Eigentümer bzw. Gesellschafter der Nationalen Anti-Dopingagentur (NADA). Die NADA ist für die Dopingkontrollen und die Prävention zuständig. Sie verfügt über ein jährliches Budget von derzeit rund 2,4 Millionen Euro. Die Bundesförderung macht 1,55 Mio. Euro aus, die Gesellschafter überweisen 485.000 Euro. Im Vorjahr hat der Bundesrechnungshof (RH) die NADA auf Herz und Nieren geprüft, der Rohbericht liegt seit wenigen Wochen vor.

Jetzt sind erste Ergebnisse durchgesickert, der Rechnungshof ortet vor allem strukturelle Defizite in der Gesellschaft, aber auch Verbesserungsbedarf in der Abstimmung zwischen dem Sportministerium bzw. zwischen den Ländern und der NADA. Denn nicht immer werden die in der Geschäftsordnung festgelegten vier Sitzungen im Jahr eingehalten.

Was die Beitragszahlungen von Bund und Ländern betrifft, so schlägt der RH vor, diese an den Verbraucherpreisindex der Statistik Austria anzupassen. Schließlich sind die Mittel der NADA stets knapp. Ab heuer will der Bund im Rahmen der neuen Bundes Sport GmbH der NADA rund zwei Millionen Euro zur Deckung der Administrativkosten und zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben zur Verfügung stellen.

Apropos Bund: Im Zusammenhang mit den Förderungen an die NADA sieht der RH durchaus Schwachstellen. So sollen die Förderverträge vor Beginn des gewährten Vertragszeitraumes abgeschlossen und die Subventionen nur bei Vorliegen der vertraglich festgelegten Voraussetzungen ausbezahlt werden. Gleichermaßen müsste der Bund laut RH die Abrechnungen der Förderungen zeitnaher einfordern.

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Diese Kritik trifft vor allem die NADA selbst. Schließlich stellen die Prüfer des Rechnungshofes fest, dass die NADA ihren gegenüber dem Sportministerium vertraglich vereinbarten Abrechnungspflichten fristgerecht nachkommen solle. Außerdem seien dem Ministerium vierteljährliche Controllingberichte zu übermitteln.

Nicht ganz zufrieden ist der Rechnungshof mit den so genannten Kommissionen, die der NADA beratend zur Seite stehen. Nach dem Anti-Doping-Gesetz sind es vier beratende Gremien, wie etwa die Ethik- oder die Ärztekommission. Bei einigen wie der Ethikkommission sind die Frauen unterrepräsentiert. Im Sinne der Ausgewogenheit von Männern und Frauen schlägt der RH vor, bei Kommissionen mit einem geringen Anteil an weiblichen Mitgliedern auf eine Anhebung des Frauenanteils hinzuarbeiten.

Die Zusammenarbeit mit der Ethikkommission funktioniert offenbar nur schleppend und ist wohl verbesserungswürdig: So wäre die Ethikkommission verstärkt im Bereich der Dopingprävention und Information einzubinden, um die beabsichtigte Unterstützung der Nationalen Anti-Dopingagentur durch dieses beratende Gremium sicherzustellen, heißt es abschließend in dem Prüfbericht.


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