Grasser-Prozess - Petrikovics: „Scheinrechnungen“ mit Hochegger

Wien (APA) - Beim Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere schilderte der mitangeklagte Ex-Immofin...

Wien (APA) - Beim Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere schilderte der mitangeklagte Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics, wie die Millionenprovision für den Lobbyisten Peter Hochegger abgerechnet wurde. Über „Scheinrechnungen“ von Hocheggers Astropolis an die CPB CFC, einer Gesellschaft des Constantia Privatbank-Immofinanz-Konzerns, floss das Geld zu Hochegger.

Dass die Provision für Hocheggers Beratung im Bieterverfahren für die Bundeswohnungen so geheim abgerechnet wurde, dafür nannte Petrikovics als Grund, dass er Hochegger nicht „verbrennen“ habe wollen. Nach außen hin habe niemand von der Beratung durch Hochegger wissen sollen, denn er hätte ihn vielleicht noch einmal „verwenden“ wollen. Dass das Geld zu Hocheggers Firma Astropolis nach Zypern floss, das sei ihm hingegen egal gewesen, das sei von Hochegger ausgegangen, sagte Petrikovics.

Konkret legte Hochegger mehrere Rechnungen an die Konzerngesellschaft CPB CFC (Constantia Privatbank Corporate Finance Consulting), die laut Petrikovics als eine Art Zahlstelle im damaligen Constantia-Immofinanz-Konzern gedient habe. Abgerechnet habe der - nunmehr mitangeklagten - Ex-Immofinanz-Manager Christian Thornton, der laut Petrikovics eine Vertrauensposition bei ihm innehatte. Warum Hocheggers Astropolis unterm Strich 9,9 Mio. Euro bekam, also 300.000 Euro mehr als die vereinbarten 1 Prozent vom Kaufpreis von 961 Mio. Euro, das konnte Petrikovics heute auch nicht erklären. Es habe sich dabei wohl um einen „Fehler“ gehandelt.

Ein weiterer Fehler war offensichtlich auch, dass die zumindest im Rechnungswesen verbuchte Gegenleistung der CPB CFC sich nur auf einen Anteil am Kaufpreis für die Buwog bezog, und nicht auf das gesamte gekaufte Paket der Bundeswohnungen. Hier habe es zwischen ihm und Thornton wohl ein Missverständnis gegeben, meinte Petrikoivcs: Thornton habe den Auftrag, das Honorar für Hochegger prozentuell von der Buwog zu berechnen, wohl zu wörtlich genommen und nur von der Buwog, und nicht vom Gesamtpaket der Bundeswohnbaugesellschaften, berechnet. Diesen Fehler, nämlich zu glauben es gehe nur um die Buwog und nicht um mehrere Bundeswohnbaugesellschaften - darunter die Buwog - mache die Öffentlichkeit bis heute, so Petrikovics. „Das ist wie Murphy‘s Law (Murphys Gesetz, Anm.), wenn was schief geht dann aber gründlich“, sagte er.

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