Keine Live-Spiele mehr? Bundesliga vor Abschied aus ORF

Rechteinhaber Sky soll sich bei der Vergabe der vier Saisonspiele, die live im Free-TV zu sehen sind, bereits für Kabelanbieter A1 TV als Partner entschieden haben.

Sky sicherte sich die Exklusiv-Rechte an der Bundesliga. Der ORF wird wohl leer ausgehen.
© gepa

Wien – Nur noch vier Spiele der Bundesliga sind ab der kommenden Saison live im Free-TV zu sehen. Und selbst diese werden aller Voraussicht nach nicht beim ORF landen. Einen „Kurier“-Bericht, wonach sich Rechteinhaber Sky bereits für den Kabelanbieter A1 TV als Partner entschieden hat, wollte die Bundesliga am Mittwoch allerdings noch nicht bestätigen.

„Sky steht in sehr intensiven Verhandlungen“, erklärte Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits bei der Frühjahrsauftakt-Pressekonferenz in Wien. Die Liga habe zwar ein Mitspracherecht, die Entscheidung liege aber beim Pay-TV-Sender, der sich die Exklusiv-Rechte an der neuen Zwölferliga bis 2022 gesichert hat. Herovits: „Wir sind täglich in Gesprächen mit Sky.“

Laut ORF-Sportchef Hans Peter Trost steht die Entscheidung noch aus. „Wir haben ein Komplettangebot für vier Livespiele und die Highlights abgegeben. Wir haben noch keine anderweitige Information, alles andere ist Spekulation“, erklärte Trost.

35 Millionen Euro pro Saison bis 2022

Rund 35 Millionen Euro pro Jahr lässt sich Sky die Exklusivität künftig kosten. Offen ist beim TV-Deal aber noch der gesamte Free-TV-Bereich. Neben den vier Live-Spielen - laut „Kurier“ je eines zum Auftakt der Herbst- und der Frühjahrssaison sowie ein Wiener Derby und eine Partie des neuen Meister-Play-offs - geht es auch um eine wöchentliche Highlight-Sendung. Für diese befindet sich der ORF in Pole Position.

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„Wir hoffen, dass wir in Kürze eine Entscheidung haben“, sagte Herovits. Auf einen genauen Zeithorizont wollte sich der Liga-Vorstand aber nicht festnageln lassen. „Es ist ein riesengroßes Projekt. Daher sollten wir da nicht einzelne Tage zählen“, meinte Herovits. Ursprünglich wollte man bereits im Dezember Klarheit - auch für die Clubs und deren Planung. Die erste Saison nach der Ligareform beginnt im Juli.

Schon im alten Format verwies die Bundesliga für die abgelaufene Herbstsaison auf beachtliche Medienwerte. Laut Analyse des Liga-Partners APA-DeFacto wurden von Juli bis Dezember 24.738 Print-und 18.091 Online-Berichte über die zehn Clubs der höchsten Spielklasse veröffentlicht. Dazu kämen im Schnitt 3,5 Titelseiten pro Tag.

Die meisten Beiträge entfielen auf Rapid Wien vor Tabellenführer Sturm Graz und der Wiener Austria. Bei den Spielern führt Raphael Holzhauser das Präsenzranking vor Rapid-Kapitän Stefan Schwab und seinem Austria-Clubkollegen Christoph Monschein an. Bei den Trainern wurde im Herbst am meisten über den von Sturm Graz als Teamchef zum ÖFB gewechselten Franco Foda berichtet. (APA)


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