Germanen-Lied auch im Kommersbuch des Cartellverbands

In der Version der katholischen Coleurstudenten kommt es ohne Holocaust-Zeile und mit Fußnoten-Hinweis auf.

Das Liederbuch der Burschenschaft weist Textpassagen auf, die auf Nationalsozialistische Zeiten anspielen - derzeit wird geprüft, ob damit gegen das NS-Verbotsgesetz verstoßen wird.
© APA

Wien – Das NS-verherrlichende Lied aus dem Buch der Burschenschaft Germania scheint weit verbreitet zu sein. Es taucht – allerdings ohne Holocaust-Zeile – auch im „Kommersbuch“ der katholischen Couleurstudenten auf. Das Lied findet sich in einer mittlerweile überarbeiteten Auflage aus dem Jahr 1984 und ist mit einer Fußnote versehen, wie aus der APA vorliegenden Unterlagen hervorgeht.

Laut Anmerkung stammt das Lied aus dem Jugendliederbuch des Franziskanerordens („Der Bettelmusikant“) und ist ein „parodistischer Text“, der „übertriebene Deutschtümelei, insbesondere Nazismus und Rassenlehre bespöttelt“. Im Buch des ÖVP-nahen Österreichischen Cartellverbands (ÖCV) kommen Zeilen vor wie: „Da trat in ihre Mitte ein Römer mit deutschem Gruß: Heil Hitler, ihr alten Germanen, ich bin der Tacitus.“ Die besonders umstrittene Zeile aus dem Germania-Buch „Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million“ kommt im ÖCV-Buch nicht vor. Der Cartellverband vermutet, dass sie von der Burschenschaft dazugedichtet wurde, wie ein Sprecher der APA sagte.

Der ÖCV betont außerdem, dass das Kommersbuch 2015 ohne dieses Lied neuaufgelegt wurde und man deutsch-nationales Gedankengut ablehne. Herausgegeben wurde das Kommersbuch vom Mittelschüler-Kartell-Verband der katholischen Studentenkorporationen namens des Cartellverbands und des Akademischen Bundes der katholischen Landsmannschaften. (APA)

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