Gericht ordnete Haftentlassung von Amnesty-Vorsitzenden in Türkei an

Ankara/Istanbul/London (APA/dpa) - Nach mehr als sieben Monaten Untersuchungshaft hat ein Istanbuler Gericht die Entlassung des Amnesty-Vors...

Ankara/Istanbul/London (APA/dpa) - Nach mehr als sieben Monaten Untersuchungshaft hat ein Istanbuler Gericht die Entlassung des Amnesty-Vorsitzenden in der Türkei, Taner Kilic, angeordnet. Das teilte der Türkei-Experte von Amnesty-International, Andrew Gardner, am Mittwoch via Twitter mit. Gardner nahm als Beobachter an dem Prozess teil.

Gauri van Gulik, die Europadirektorin von Amnesty International, zeigte sich erleichtert: „Es ist eine enorme Erleichterung, dass Taner bald bei seiner Frau und seinen Töchtern sein kann, das erste Mal seit fast acht Monaten in seinem eigenen Bett schlafen kann“, betonte sie in einer Aussendung. „Aber wir können nicht vergessen, dass viele andere unschuldige Menschen ohne einen Hauch von Beweisen in der Türkei hinter Gitter bleiben.“

In dem Verfahren sind neben Kilic auch Peter Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht weitere türkische Menschenrechtler angeklagt.

Zum Prozessauftakt am 25. Oktober hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und Gharavi reisten am Tag darauf nach Berlin. Sie nehmen an der Fortsetzung des Verfahrens in Istanbul nicht teil.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Den elf Menschenrechtlern wird „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Unter den elf Angeklagten ist auch die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser.

Amnesty bezeichnet den Prozess als „politisch motiviert“. Vor Beginn des Verfahrens hatte die Organisation die Freilassung Kilics und eine Einstellung des Verfahrens gefordert.

~ WEB http://www.amnesty.org/ ~ APA405 2018-01-31/14:46


Kommentieren