„Dreamer“ saßen bei Trumps Rede zur Lage der Nation in erster Reihe

Washington (APA/AFP) - Die erste Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation haben auch mehrere von der Abschiebung bedrohte Einw...

Washington (APA/AFP) - Die erste Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation haben auch mehrere von der Abschiebung bedrohte Einwanderer live miterlebt. Mehr als zwei Dutzend Abgeordnete der demokratischen Partei hatten sogenannte „Dreamer“ (Träumer) zu der Rede im US-Kongress in Washington eingeladen, um dem Präsidenten in der Einwanderungsdebatte eine klare Botschaft zu senden.

Als Dreamer werden - nach dem Akronym eines Gesetzesvorschlages zur Legalisierung ihres Status - Einwanderer bezeichnet, die als Kinder mit ihren Eltern illegal in die USA kamen. Ein von Trumps Vorgänger Barack Obama erlassenes Schutzprogramm namens DACA schützt die Registrierten unter ihnen vor der Abschiebung. Nachdem Trump das DACA-Programm im September aufhob, droht auch diesen 700.000 Dreamern ab März die Zwangsabschiebung. Einige von ihnen, Einwanderer aus Chile, Guatemala, Mexiko und Südkorea, saßen am Dienstagabend bei Trumps Rede in der ersten Reihe.

Der Präsident solle in die Gesichter junger Menschen sehen, „die jeden Tag einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten“, sagte die Abgeordnete Michelle Lujan Grisham. Präsident Trump hat die Legalisierung der insgesamt 1,8 Millionen Dreamer angeboten. Im Gegenzug verlangt er vom Kongress aber 25 Milliarden Dollar (20,13 Mrd. Euro) für sein Prestigeprojekt einer Mauer an der mexikanischen Grenze.

Wegen des Streits um die Dreamer, deren Legalisierung laut Umfragen von einer großen Mehrheit der US-Bürger unterstützt ist, kam es vor einer Woche vorübergehend zu einem Budgetnotstand. Die Demokraten konnten den regierenden Republikanern so die Zusicherung abtrotzen, bis 8. Februar eine gesetzliche Lösung für die „Dreamer“ zu verhandeln.


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