Prozess zu Diamantenraub auf Brüsseler Flughafen begonnen

Brüssel (APA/dpa) - Fünf Jahre nach einem spektakulären Diamantenraub am Brüsseler Flughafen hat am Mittwoch der Prozess gegen 19 Angeklagte...

Brüssel (APA/dpa) - Fünf Jahre nach einem spektakulären Diamantenraub am Brüsseler Flughafen hat am Mittwoch der Prozess gegen 19 Angeklagte begonnen. Der mutmaßliche Drahtzieher sitzt allerdings wegen anderer Vergehen in Frankreich in Haft. Sein Anwalt fordert eine Abtrennung seines Verfahrens, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Im Februar 2013 hatten acht schwer bewaffnete Männer einen Zaun am Brüsseler Flughafen Zaventem durchbrochen und 120 Pakete mit Diamanten geraubt, die aus einem Sicherheitstransporter in ein Flugzeug in die Schweiz verladen werden sollten. Die Beute wurde offiziell auf 37 Millionen Euro geschätzt, in Medien war sogar von bis zu 300 Millionen die Rede. Zwei Monate später nahm die Polizei bei Razzien in Belgien, Frankreich und in der Schweiz mehr als 30 Verdächtige fest.

Angeklagt sind 16 Männer und drei Frauen. Sie sollen am Raub beteiligt gewesen sein oder geholfen haben, die Beute zu „waschen“ oder Beweismittel zu zerstören. Zum Prozessauftakt wurden zunächst drei von ihnen befragt, unter anderem zu üppigen Ausgaben in den Wochen nach dem Überfall und zu einem kuriosen Beweismittel: einer Pu-der-Bär-Tasche mit 50.000 Euro in 500-Euro-Scheinen, die bei einem von ihnen entdeckt wurde. Die Angeklagten bestreiten eine Beteiligung an dem Raub.

Tarik B., dessen Fingerabdrücke auf dem Pu-der-Bär-Plastiktäschchen gefunden wurden, gab zu, es für den Sohn seiner Frau in Disneyland gekauft zu haben. Über das Geld wisse er aber nichts, sagte der Angeklagte laut Belga. Der Mitangeklagte Nordine E. H. wiederum erklärte, das Geld gehöre ihm. Es stamme aus dem Verkauf seiner Habseligkeiten vor Antritt einer Gefängnisstrafe.

Tarik B. hielten die Richter vor, er habe kurz nach dem Überfall im Restaurant eine Rechnung von mehreren Hundert Euro beglichen, und das, obwohl er von 800 Euro Arbeitslosenhilfe lebte. Bekannt wurde im Prozess zudem, dass zwei der Angeklagten mit dem mutmaßlichen Drahtzieher Marc B. wenige Wochen nach dem Überfall nach Marokko fuhren. Tarik B. betonte laut Belga, er habe den Hauptverdächtigen dort zum ersten Mal getroffen.

Die Verhandlung ist zunächst bis zum 9. Februar angesetzt. Das Urteil wird einige Tage oder Wochen später erwartet.


Kommentieren