Pakistan sagt Massenausweisung von Afghanen vorerst ab

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat in letzter Minute den Rauswurf von Hunderttausenden afghanischen Flüchtlingen aus dem Land abgesagt. Das ...

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat in letzter Minute den Rauswurf von Hunderttausenden afghanischen Flüchtlingen aus dem Land abgesagt. Das Kabinett hatte Anfang Jänner beschlossen, die Aufenthaltsgenehmigung für die Afghanen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in Pakistan leben, nur noch bis zum 31. Jänner zu verlängern.

Am Mittwochabend sagte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums für Staaten und Grenzangelegenheiten, Aqdas Shaukat, man habe entschieden, dass die Menschen für weitere fünf Monate bis Ende Juni bleiben könnten.

Pakistan beherbergt seit den afghanischen Kriegen und Bürgerkriegen in den 1980er und 1990er-Jahren Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan. Seit einigen Jahren verschlechtert sich aber das Verhältnis zwischen den Nachbarn zunehmend - und Pakistan erhöht den Druck auf die Afghanen im Land. Afghanistan und auch die USA werfen Pakistan vor, die afghanischen Taliban zu unterstützen und so die Aufbaubemühungen in Afghanistan zu unterlaufen.

Nach erheblichen Repressalien von pakistanischen Behörden waren 2016 in einer der größten Migrationsbewegungen der Welt knapp eine Million Afghanen aus Pakistan in ihr kriegszerrissenes Land zurückgekehrt. Die internationale Gemeinschaft kritisierte Pakistan scharf.

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2017 waren die Rückkehrerzahlen wegen des sich verschärfenden Konflikts in Afghanistan zurückgegangen. Es leben laut UN immer noch rund 1,4 Millionen als Flüchtlinge registrierte Afghanen in Pakistan, außerdem Hunderttausende, die als „undokumentiert“ gelten.


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