Olympia: Riegler ist „stolz“ auf Start bei Winterspielen mit 44

Pyeongchang/Bokwang (APA) - Claudia Riegler ist zum zweiten Mal in Folge Österreichs älteste Winter-Olympiateilnehmerin. Und die 44-jährige ...

Pyeongchang/Bokwang (APA) - Claudia Riegler ist zum zweiten Mal in Folge Österreichs älteste Winter-Olympiateilnehmerin. Und die 44-jährige Snowboarderin will im Parallel-Riesentorlauf in Bokwang keineswegs nur eine Nebenrolle spielen, die Salzburgerin hat sich schon bei der Generalprobe in den Hang verliebt. „Ich fühle mich gut, ich fühle mich fit und freue mich unglaublich drauf“, ließ die Weltmeisterin von 2015 wissen.

„Ich bin stolz drauf, dass ich sagen kann, mit 44 darf ich wieder zu den Olympischen Spielen“, sagte Riegler zur APA - Austria Presse Agentur. Sie musste sich einer „beinharten“ teaminterne Qualifikation stellen. Da der Parallel-Slalom aus dem Olympia-Programm gefallen ist, gibt es nur noch ein Rennen für die Raceboarder. Und damit auch nur vier Startplätze pro Geschlecht für jene Snowboard-Sparte, in der der Österreichische Skiverband erfolgsverwöhnt ist.

Den Grundstein für die Qualifikation legte Riegler Mitte Dezember mit Platz drei in Cortina d‘Ampezzo. Damit wusste sie, „einen Schritt drinnen in der Tür“ zu haben. Nach Platz zwei am 20. Jänner in Rogla war alles klar. „Ich war so froh, ich wusste, ich habe das Ticket fit. Da ist dann so richtig der Stein von meinem Herzen gepurzelt. Beim Rennen am nächsten Tag kamen Sabine und Dani beide ins Halbfinale. Und Dani musste mit dem vierten Platz daheimbleiben.“

Doch es kam noch anders: Das Olympia-Quartett bilden jetzt Julia Dujmovits, Ina Meschik, Riegler und Daniela Ulbing, verletzte sich doch Sabine Schöffmann am vergangenen Sonntag im letzten Weltcupbewerb vor den Winterspielen.

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„Es sind alle gut für das Podium, es ist für alle alles möglich“, sagte Riegler stellvertretend für ihre Kolleginnen. In der Qualifikation sei sie „immer volles Risiko“ gegangen, auch zwei Stürze habe sie in Kauf genommen, aber es habe sich bezahlt gemacht. „Lieber als Verbremsen, das ist mir in der Vergangenheit auch schon passiert. Entweder, oder, wir wollen ja alle Medaillen erringen.“

Die Tschechin Ester Ledecka ist mit fünf Saisonsiegen die Topfavorit für den Snowboard-Parallel-Riesentorlauf mit der Qualifikation am 22. und dem Finale am 24. Februar. „Es ist alles machbar, es ist auch eine Ester zu biegen. Ich freue mich auf coole Duelle in Korea“, schickte Riegler eine Kampfansage los. Ledecka will bei Olympia ja auch im alpinen Super-G an den Start gehen. „Ich muss meinen Hut ziehen vor ihr, es ist ein Mörderprogramm, das sie macht. Unglaublich, was sie leistet“, sagte die ÖSV-Athletin, die ebenfalls gerne Skifahren geht und früher sogar im Landeskader fuhr.

Das beste Olympia-Ergebnis von Claudia Riegler ist ein siebenter Rang 2010 in Vancouver/Cypress Mountain im PGS. Ihr Debüt im Zeichen der Fünf Ringe gab die Spätstarterin als bereits 28-Jährige 2002 (PGS/28.), 2006 war sie nicht nominiert worden, 2014 kam sie auf zwei Antreten (PGS/11., PSL/12.).

Noch in Sotschi glaubte Riegler, dass es ihre letzten Winterspiele sind. „Wenn ich mein Alter höre, klingt das recht alt“, sagte sie damals bereits. Bis zu den Heim-Weltmeisterschaften 2015 am Kreischberg und im Lachtal wollte sie unbedingt weitermachen. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens, kurvte sie dort doch als 41-Jährige zu WM-Gold im Parallel-Riesentorlauf. Zum Drüberstreuen folgte gleich im März ihr erster Weltcupsieg seit 13 Jahren, der insgesamt fünfte ist auch der bisher letzte.

Spätestens bei der Olympia-Generalprobe im Februar 2017 in Bokwang war für Riegler klar, dass sie bei den Winterspielen dabeisein muss. „Ich bin dorthin gekommen zu dem Hang und habe mich sofort verliebt. Es hat mich sehr an die WM im Lachtal erinnert. Auch von den Bedingungen her, tipptopp präpariert, bisserl aggressiv der Schnee. Das mag ich gern.“

Vor dem Testrennen sei sie am Abend den ganzen Hang hinaufspaziert und habe sich gedacht. „Ich will nächstes Jahr wiederkommen.“ Als Neunte wurde sie damals schließlich auch beste Österreicherin.

Eines hat Riegler in all den Jahren nie verloren - den Spaß an der Arbeit. „Ich dürfte alles richtig machen im Sommer, denn wir hatten jetzt im Jänner ein intensives Weltcup-Programm, und ich merke, es macht mir nichts. Ich bin fit, es läuft alles. Was ich schon vor zehn Jahren gemacht habe, ist, dass ich mir meine Regeneration gönne. Ich horche auf meinen Körper.“ Sie wisse, was sie für eine Kraft in sich habe. „Wenn man das ein bisschen ausschöpfen kann, funktioniert es auch.“


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