So verlief der Korea-Krieg

Seoul (APA) - Nach ihrer Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs zogen die Japaner aus Korea, das sie 1910 annektiert hatten, aus ihrer ...

Seoul (APA) - Nach ihrer Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs zogen die Japaner aus Korea, das sie 1910 annektiert hatten, aus ihrer Kolonie Chosen ab. Die Siegermächte USA und Sowjetunion teilten das Land entlang des 38. Breitengrades.

Erst später wollten sie vereinbaren, was mit Korea geschieht. Der Kalte Krieg verhinderte eine solche einvernehmliche Vereinbarung aber. In den Jahren nach 1945 entstand in der Folge im Nordteil der Koreanischen Halbinsel unter Sowjet-Ägide ein kommunistisches System unter Kim Il-sung; im Süden etablierte sich, von den USA gesteuert, eine eigene Regierung.

Washington befasste die Vereinten Nationen gegen den Willen Moskaus mit der Korea-Frage. Die Sowjetunion boykottierte daher aus Protest UNO-Sitzungen zu dem Thema.

25. Juni 1950 - Beginn des Korea-Krieges: In Absprache Kims mit Sowjet-Diktator Josef Stalin überqueren, von Moskau ausgerüstete und daher stark überlegene nordkoreanische Soldaten die Grenze zum Süden.

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28. Juni 1950 - Die Nordkoreaner erobern Seoul.

31. Juli 1950 - Die Vereinten Nationen beschließen auf Drängen der USA, in Korea militärisch einzugreifen.

1. September 1950 - Nach dem immer weiteren Vorrücken der Nordkoreaner kontrollieren sie bis auf den äußersten Südosten die gesamte Koreanische Halbinsel. Ihr Vormarsch wird von den südkoreanischen Kräften erst an einer Verteidigungslinie um die Hafenstadt Busan gestoppt.

15. September 1950 - Alliierte UNO-Truppen aus 16 Ländern, zumeist aber US-Amerikaner, landen unter Führung von US-General MacArthur bei der Hafenstadt Incheon in der Mitte der Halbinsel; sie erobern den Brückenkopf, sowie kurze Zeit später Seoul. Die nordkoreanischen Truppen werden so vom Nachschub aus dem Norden entscheidend abgeschnitten.

Rasant dringen die nun zahlenmäßig (140.000 : 30.000 Soldaten) und militärtechnisch überlegenen Alliierten in Richtung Norden über den 38. Breitengrad vor und erobern nun ihrerseits beinahe die gesamte Halbinsel. Der Krieg scheint kurz vor seinem Ende.

19. Oktober 1950 - Das kommunistische China unter Mao Zedong tritt in den Krieg ein und schickt seine sogenannte „Freiwilligenarmee“. Grund war wohl die Furcht vor einem vereinten westlich-amerikanischen Korea vor der Haustür Pekings.

1. Jänner 1951 - Nordkorea und China beginnen eine Offensive gegen die UNO-Truppen. Sie sind nun mit 500.000 Soldaten gegenüber den Alliierten mit 140.000 Soldaten deutlich in der Überzahl.

Ab April 1951 - Ungefähr in Höhe der ursprünglichen Grenzlinie zwischen Nord- und Südkorea, die Sowjets und USA festgelegt hatten, kommen beide Armeen zum Stehen. Ein Stellungskrieg ist die Folge. Zugleich beginnen Kontakte, um einen Waffenstillstand zu schließen, was lange an der Frage scheitert, ob die vielen nordkoreanischen Kriegsgefangenen an Nordkorea übergeben werden oder das Land frei wählen können. Unterdessen kommen bei Angriffen der amerikanischen Luftwaffe auf Städte im Norden bis zu einer Millionen Menschen ums Leben, viele werden in Schutt und Asche gelegt.

27. Juli 1953 - Nach dem Tod Stalins kommt es zur Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen im Grenzort Panmunjom: Es bestätigt im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legt eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest. Insgesamt fordert der Korea-Krieg geschätzte vier Millionen Tote.

Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea. Vor allem die USA und Südkorea unterhalten nach wie vor enge Beziehungen, wohingegen Nordkorea bis auf China in der Welt weitestgehend isoliert ist. Im Norden etablierte sich die von Personenkult gekennzeichnete Kim-Dynastie, Südkorea entwickelte sich nach Jahren der Militärdiktatur in den 80er Jahren zur Demokratie und zum High-Tech-Land.


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