Neuer finanzieller Ärger für Flock und Co. vor der Olympia-Abreise

Die Hoffnung auf Medaillen lebt bei den Tiroler Heeressportlern. Skeletonpilotin Flock war bei der Verabschiedung in zweifacher Hinsicht verschnupft.

Das Heeresleistungssportzentrum Innsbruck verabschiedete seine Sportler Richtung Pyeongchang. Olympiamedaillen brachten die Sportler in der Vergangenheit zuhauf mit.
© Michael Kristen

Innsbruck — „Sportler zu sein ist ein lässiges Geschäft", meinte Oberst Gerhard Pfeifer, stellvertretender Militärkommandant von Tirol, in seiner Verabschiedung. Und die Innsbrucker Heeressportler, die schon traditionell mehrheitlich dem Eiskanal-Sport zuzurechnen waren, lauschten andächtig. Ja, der Geist Olympias hatte sie schon ereilt. „Es ist bereits eine gut­e Anspannung da", gestand Skeleton-Europameisterin Janine Flock mit etwas Bläss­e im Gesicht.

Verschnupft war die Rumerin jedoch nicht nur im herkömmlichen Sinn, zuletzt mischte sich Ärger in ihre Vorbereitung: „Uns wurde vom Verband gesagt, dass wir das Entgelt für den Physiotherapeuten während der Olympischen Spiele selbst zu bezahlen haben." Der nächste Nackenschlag für die 28-jährige Medaillenkandidatin und ihren 33-jährigen Freund Matthias Guggenberger. Der in finanzielle Turbulenzen geratene Verband hatte im Vorfeld schon mit der Ankündigung so mancher Sparmaßnahme das Nervenkostüm der Sportler strapaziert (u. a. keine Auslandsdiäten). Die beabsichtigte Eingliederung in den Rodel-Verband nach Saisonende begrüßen die Bob- und Skeleton-Athleten angesichts dieser Meldungen.

Vierer-Pilot Benni Maier beschäftigt das Thema vorerst nicht, seit vergangenem Sonntag sind sechs Container mit dem Material unterwegs. Die Vorfreude des 23-Jährigen, der vor vier Jahren in Sotschi bereits Olympia-Luft schnuppern durfte (Platz 22 im Zweie­r), ist entsprechend groß: „Für eine Medaille müssten wir neben einer Top-Leistung auch etwas Glück haben, Top 6 bis 8 gehen sich aber aus." Die Hoffnung nährt ein zweiter Weltcup-Platz zuletzt in Königssee.

Rodler Wolfgang Kindl fliegt bereits heute, am Dienstag folgen die Doppelsitzer Peter Penz Georg Fischler: Auch die beiden Tiroler haben mit Olympia seit ihrem spektakulären Fauxpas von Sotschi (2014/Platz 19 nach Zwischenrang 3) noch eine Rechnung offen: „Wir haben viel gelernt! Aber nach Pyeongchang fahren wir nicht, um nur dabei zu sein." (floh)


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