Paris will Exportgeschäft mit Iran gegen US-Sanktionen abschirmen

Paris (APA/Reuters) - Frankreich will das Geschäft mit dem Iran ankurbeln und durch spezielle Exportkredite vor US-Sanktionen bewahren. Die ...

Paris (APA/Reuters) - Frankreich will das Geschäft mit dem Iran ankurbeln und durch spezielle Exportkredite vor US-Sanktionen bewahren. Die auf Euro lautenden Darlehen für iranische Kunden sollen dem Chef der staatlichen Investitionsbank Bpifrance, Nicolas Dufourcq, zufolge sicherstellen, dass diese Handelsbeziehungen nicht unter die amerikanischen Strafmaßnahmen fallen.

Es gehe um ein geschätztes Volumen von 1,5 Mrd. Euro, das französische Exporteure im Geschäft mit Kunden in der Islamischen Republik über diesen Weg abwickeln könnten. „Wir haben 2017 viele Vorbereitungen getroffen und wir arbeiten täglich an den Bedingungen für unseren Marktzugang im Iran“, so Dufourcq. Im Mai oder Juni könnte Bpifrance erste Exportkredite anbieten.

Es handle sich um Geldströme, in denen weder mit Dollar gehandelt werde noch Personen mit einer US-Staatsbürgerschaft involviert seien. Französische Handelspartner des Iran sind bei Geschäften mit dem Land im Mittleren Osten vorsichtig geworden, da die USA auch nach dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran an Finanzsanktionen festhalten. Diese können indirekt selbst Banken außerhalb der USA betreffen. Der Westen hatte den jahrelangen Streit mit der Führung in Teheran über das iranische Atomprogramm Anfang des Jahres beigelegt. Die USA und Europa hoben daraufhin viele Sanktionen auf. Die USA haben unter Präsident Donald Trump jedoch damit gedroht, sich aus dem Abkommen zurückzuziehen. Zudem verhängten sie unter anderem wegen des iranischen Raketenprogramms neue Strafmaßnahmen.

Viele europäische Banken halten sich mit Geschäften im Iran weiter zurück, was die Erholung der iranischen Wirtschaft erschwert. So musste das französische Geldhaus BNP Paribas in den USA wegen Sanktionsverstößen 2014 eine Strafe in Höhe von neun Mrd. Dollar (7,22 Mrd. Euro) zahlen. Deshalb sind auch heute noch viele Kreditinstitute besonders vorsichtig, was Geschäfte mit dem Iran betrifft. Westliche Firmen wie Renault oder die Peugeot- und Opel-Mutter PSA engagieren sich seit 2016 wieder verstärkt im Iran. Hintergrund ist das internationale Atomabkommen, in dem die Aufhebung der meisten Sanktionen gegen den Staat vereinbart wurde. Im Gegenzug verpflichtet sich die Regierung in Teheran, ihr Atomprogramm einzuschränken.

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