ZG: Schneelast auf den Dächern vorläufig im „grünen“ Bereich

Innsbruck/Bregenz (APA) - Die ZG hat in den vergangenen Tagen Messungen der Schneelast auf Dächern durchgeführt und am Arlberg Spitzenwerte ...

Innsbruck/Bregenz (APA) - Die ZG hat in den vergangenen Tagen Messungen der Schneelast auf Dächern durchgeführt und am Arlberg Spitzenwerte bis zu 600 Kilo pro Quadratmeter ermittelt. Aufgrund der Baunormen stelle diese Belastung vorerst kein Problem dar, aber der weitere Verlauf des Winters sollte genau verfolgt werden, empfiehlt der meteorologische Dienst.

Das Team der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) war am Arlberg und im Tiroler Oberland unterwegs. „So viel Schnee gab es hier so früh im Jahr zuletzt im Jänner 1981 und 1982“, erklärte Experte Michael Winkler am Donnerstag in einer Aussendung. „Daher ist wichtig, die aktuelle Schneelast zu wissen, weil in den nächsten Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit noch Schnee oder Regen dazukommt.“

Das Gewicht sehr großer Schneemengen kann massive Schäden verursachen oder Gebäude sogar zum Einsturz bringen. Die Baunormen sind so ausgelegt, dass selbst bei selten großen Schneemengen die Gebäude standhalten. Nähern sich die Schneelasten den Normwerten, ist es aber sinnvoll, Maßnahmen zu ergreifen, zum Beispiel den Schnee von den Dächern zu schaufeln. Das war in der jüngeren Vergangenheit vor allem im Jänner 2006 in vielen Gebieten Österreichs notwendig, besonders an der Nordseite der Alpen von Tirol bis zum Mostviertel. Zuletzt wurden 2014 viele Gebäude in Oberkärnten und im südlichen Osttirol abgeschaufelt.

In Haiming (Bezirk Imst) wurde nun eine Schneelast von gut 100 Kilogramm pro Quadratmeter ermittelt, in Seefeld (Bezirk Innsbruck-Land) waren es bis zu 300 Kilo und in Spiss und St. Anton (beide Bezirk Landeck) bis zu 400 Kilo Schnee pro Quadratmeter. Die größten Schneelasten wurden in den hochgelegenen Orten des Arlbergs verzeichnet, dort liegen etwa 400 bis 600 Kilogramm pro Quadratmeter.

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„Die Baunorm hat sich zwar 1983 und 2006 geändert, daher sind die Gebäude je nach Baujahr für unterschiedliche Maximalwerte ausgelegt. Aber grob kann man sagen, dass die Schneelasten derzeit bei etwa 40 bis 60 Prozent der kritischen Werte liegen“, erläuterte Winkler. „Allerdings muss man bedenken, dass der Winter noch lange nicht zu Ende ist und sicher noch etwas dazu kommt.“

Die ZAMG-Experten warnen vor dem Irrtum, dass Neuschnee harmloser sei als Regen. Winkler: „Durch Neuschnee wirkt die Schneedecke lockerer und leichter, weil der frische Schnee obenauf sichtbar ist. Regen wird von der Schneedecke wie durch einen Schwamm aufgesaugt. Dadurch wirkt die Schneedecke nach Regenfällen ungleich schwerer. Ein Trugschluss, denn zehn Zentimeter Neuschnee sind in etwa gleich schwer wie zehn Liter Regen pro Quadratmeter.


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