Trampolin-Show: Tiroler (19) will bei ,,Big Bounce“ hoch hinaus

Lorenz Wetscher aus Wattenberg trainiert täglich, hat zwei Weltrekorde aufgestellt und will es nach „Ninja Warrior“ noch einmal wissen: Bei der neuen RTL-Show „Big Bounce“ geht es für den 19-Jährigen heute Abend in luftige Höhen.

Unter anderem Leichtathleten, Olympia-Sieger und Freizeitspringer sind unter den besten 400 Kandidaten bei der Trampolin-Show "Big Bounce". Mittendrin kämpft der Tiroler Freerunner- und Parkour-Läufer Lorenz Wetscher um den Einzug ins Finale.
© MG RTL D / Hertrich

Von Tamara Stocker

Innsbruck – Er will sich nur nicht blamieren. Mit diesem Ziel im Gepäck ist Lorenz Wetscher (19) aus Wattenberg ins niederländische Breda gereist. Dort wurde die neue RTL-Show „Big Bounce“ Ende vergangenen Jahres nämlich aufgezeichnet – weil es in ganz Deutschland keine Halle gab, in die der mit zahlreichen Hindernissen gespickte 162 Meter lange Trampolin-Parcours gepasst hätte.

Der Parcours ist vor allem mental eine Herausforderung. Da braucht es sehr starke Nerven. “
Lorenz Wetscher, Parkour-Läufer

Bei „Big Bounce“ muss ebendieser möglichst schnell durchsprungen werden. Auf Lorenz wartet am heutigen Freitag (20.15 Uhr) ein in drei Bereiche aufgeteilter Parcours. Erst muss der 19-Jährige im Duell der Schnellere sein. Nur dann geht es weiter in den Taktik-Parcours, wo er Köpfchen beweisen und sich Licht-, Zahl- und Farbkombinationen merken muss. Wenn er auch das meistert, landet er im Hochparcours, wo es noch höhere und weiter entfernte Hindernisse zu überwinden gilt. In den fünf Quali-Shows treten je 80 Kandidaten an, nur die besten 40 stehen am Ende im Finale. Wie weit es Lorenz geschafft hat, durfte er freilich noch nicht verraten.

Der 162 Meter lange Trampolin-Parcours ist in drei Bereiche aufgeteilt: Duell, Taktik und Hochparcours.
© MG RTL D / Evermann

3,34 Meter aus dem Stand springen

Neben dem Tiroler hatten sich 4000 Sprungbegeisterte für die Show beworben. Als es hieß, er sei eine Runde weiter, konnte sich Lorenz gar nicht mehr daran erinnern, sich überhaupt angemeldet zu haben. „Der Anruf kam erst ein halbes Jahr danach. Ich hab’ dann wirklich nachfragen müssen, welche engere Auswahl gemeint ist“, erzählt Lorenz im Gespräch mit der TT.

Die TT hat Lorenz in seinem Trainingscenter - der "4 Elements Academy" in Wattens - besucht.
© Rauth

Nach Köln zum Casting wollte er dann aber nicht extra reisen – darum hat er kurzerhand ein Video nachgereicht. Das und sein Weltrekord-Zertifikat hat die Jury schließlich überzeugt. Der Optiker-Lehrling hält nämlich den Weltrekord für den weitesten Sprung aus dem Stand zwischen zwei Objekten – 3,15 Meter waren es 2015, mittlerweile schafft er 3,34 Meter. Mit Freunden hat er zudem den Weltrekord für die meisten Rückwärtssaltos in einer Minute aufgestellt.

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„Ich bin zwar ohne große Erwartungen angetreten, aber gleich wieder heimfahren wollte ich auch nicht“, sagte Lorenz der TT.
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„Wetten, dass...?“ gab den Anstoß

Das Konzept von „Big Bounce“ erinnert ein wenig an „Ninja Warrior“. Bei der Trampolin-Show komme es aber weniger auf Muskelmasse und Griffkraft, sondern mehr auf Schnelligkeit und Rumpfstabilität an, sagt Lorenz, der heuer auch schon bei „Ninja Warrior Austria“ dabei war und es dort bis ins Halbfinale geschafft hat. Sein Trainer Lukas Steiner (32) war ebenfalls in der Show. Durch ihn ist Lorenz im Jahr 2010 auch zum Parkour und Freerunning gekommen. Beide Trendsportarten verbinden Akrobatik mit Fortbewegung im urbanen und natürlichen Raum. Es gilt, Hindernisse wie Geländer, Brücken oder Stufen möglichst schnell, effizient und kreativ zu überwinden. Die Umgebung sollte also als Spielplatz angesehen werden.

Eindrucksvoll stellte der 19-Jährige beim Treffen mit der TT sein Können auf dem Trampolin unter Beweis.
© Rudy De Moor / TT

Steiners Hochsprung-Auftritt bei „Wetten, dass...?“ hat den damals 12-jährigen Lorenz derart begeistert, dass er kurzerhand vom Trompete spielen zum Parkour- und Freerunning-Sport umgestiegen ist. Das Trainingszentrum der „4 Elements Academy“ in Wattens ist schnell sein zweites Zuhause geworden, wo er täglich bis zu drei Stunden verbringt. Aber auch in seinen eigenen vier Wänden steht das ein oder andere, teils selbstgebaute, Trainingsgerät herum. Im Garten der Familie Wetscher gibt es natürlich auch ein großes Trampolin.

Neben seinem 40-Stunden-Job im heimischen Familienbetrieb absolviert der 19-jährige als Athlet auch viele Show-Auftritte. Viel Zeit für andere Dinge bleibt da nicht mehr. Die Zeit, sich seinen Lauf bei „Big Bounce“ in aller Ruhe anzusehen, wird sich Lorenz heute Abend aber freilich nehmen. Gemeinsam mit seiner Familie, Freunden, Trainern und Mitgliedern der „4 Elements Academy“ fiebert er der Ausstrahlung entgegen. Im neuen Trainingszentrum in Hall ist extra eine Leinwand aufgebaut worden. Auf der wird man dann sehen, ob Lorenz gleich wieder heimfahren musste, oder der Sprung ins Finale geglückt ist.


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