Europas Leitbörsen schließen im Minus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag den Handelstag überwiegend im Minus beendet. Nachdem es in der F...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag den Handelstag überwiegend im Minus beendet. Nachdem es in der Früh noch einen geglückten Start gegeben hatte, drehten die Leitbörsen nach Mittag deutlich in den roten Bereich.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 31,94 Einheiten oder 0,88 Prozent auf 3.577,35 Punkte. Der DAX in Frankfurt beendete den Handelstag merklich tiefer bei 13.003,90 Punkten und minus 185,58 Einheiten oder 1,41 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor 43,16 Zähler oder 0,57 Prozent und steht nun bei 7.490,39 Stellen.

Bei den Konjunkturdaten standen in Europa die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes zur Veröffentlichung an. In Großbritannien fiel der Wert um 0,9 auf 55,3 Zähler - das ist das niedrigste Niveau seit Juni 2017. „Dem Industriesektor macht zum Jahresbeginn eine ungebetene Mischung aus niedrigerem Wachstum und steigenden Preisen zu schaffen“, sagte Ökonom Rob Dobson vom Institut IHS Markit. Auch in der Eurozone war der Wert etwas gesunken, allerdings nach einem Rekordhoch zuvor. Überrascht hatten die Daten aus Italien, wo sie die Erwartungen übertreffen konnten.

Bei den Einzelwerten an den europäischen Börsen ist die Berichtssaison der Hauptimpulsgeber. Steigende Preise haben dem Öl- und Gasmulti Shell im vergangenen Jahr einen kräftigen Gewinnschub beschert. Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen einen Überschuss von knapp 13 Milliarden Dollar, 184 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei Investoren war die Aktie am Donnerstag in London dennoch nicht gefragt - sie verlor mehr als zweieinhalb Prozent an Wert.

Dem britischen Telekomkonzern Vodafone haben Währungseffekte und die Veräußerung des Festnetzgeschäfts in den Niederlanden zugesetzt. Im dritten Geschäftsquartal (Oktober bis Dezember) fielen die Erlöse um 3,6 Prozent auf 11,8 Mrd. Pfund. Bei den Papieren stand daraufhin ein Minus von 4,54 Prozent zu Buche.

In einem von Dieseldebatten und Kartellvorwürfen geprägten Jahr 2017 verbuchte der Stuttgarter Konzern Daimler einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro - 7 Prozent mehr als noch im Jahr 2016. Auch die Dividende soll kräftig steigen. Bei Daimler-Papieren gab es daraufhin in Frankfurt dennoch ein Minus von 2,16 Prozent.

Die spanische Großbank BBVA ist zum Jahresende dank guter Geschäfte in Mexiko überraschend nicht in die roten Zahlen gesackt. Statt des von Analysten erwarteten Quartalsverlusts verbuchte das Geldhaus im letzten Jahresviertel einen Überschuss von 70 Millionen Euro. Die Aktie verlor in Madrid dennoch 1,45 Prozent.

Auch bei der niederländisch-britischen Unilever gab es Zahlen. Der Umsatz des Konsumgüterkonzerns legte 2017 um fast 2 Prozent auf 53,7 Milliarden Euro zu. Die Anteilsscheine beendeten an der Börse in Amsterdam den Tag 0,73 Prozent im Plus.

In Finnland überraschten Nokia-Papiere trotz eines mauen Geschäftsergebnisses - sie verteuerten sich um mehr als 11 Prozent. Im abgelaufenen Jahr musste der Netzwerkausrüster unter dem Strich einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro hinnehmen. Zugleich sanken auch die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA548 2018-02-01/18:31


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