NÖ-Wahl - Niederösterreich bleibt die absolute Ausnahme

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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS APA297 vom 28.01.2018 ist entsprechend dem Amtlichen Endergebnis anzupassen. --------------------------------------------------------------------- ~ Wien/St. Pölten (APA) - Niederösterreich bleibt absolut schwarz - und ist damit die große Ausnahme auf der politischen Landkarte Österreichs. Schon 2014 fiel die letzte andere Absolute in Vorarlberg, als erstmals Markus Wallner statt Herbert Sausgruber die ÖVP anführte. Auch Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) schlug am 28. Jänner ihre erste Wahl als Nachfolgerin Erwin Prölls, aber sie hielt 29 der 56 Landtagsmandate.

Niederösterreich ist mittlerweile „DAS schwarze Kernland“. Die ÖVP holte sich in elf der 16 Landtagswahlen seit 1945 mehr als die Hälfte der Stimmen - und in drei Fällen (inklusive heuer) hielt sie trotz 40er-Resultaten die absolute Mehrheit der 56 Landtagsmandate. Die NÖ VP war bzw. ist also 14 von 16 Perioden mit einer absoluten Mehrheit im Landtag ausgestattet. Tatsächlich einen Koalitionspartner brauchte die Volkspartei nur von 1993 bis 2003 - das war die SPÖ, und Pröll behielt auch danach freiwillig schwarz-rote Arbeitsübereinkommen bei.

Welch ein Ausnahmefall Niederösterreich ist, zeigt auch die Tatsache, dass selbst das schlechteste ÖVP-Ergebnis im Lande - 44,23 Prozent im Jahr 1993 - noch deutlich besser ist als die derzeitig stärksten Landtagsergebnisse in den anderen Bundesländern: In Vorarlberg liegt die ÖVP Markus Wallners knapp unter 42 Prozent, ebenso im Burgenland die SPÖ Hans Niessls. In - wohl nicht ganz unbewusstem - Understatement hatte Mikl-Leitner vor der Wahl diese als Orientierungsmarke für sich genannt.

Mit der „Pause“ für die Absolute von 1993 bis 2003 war Niederösterreich auch alles andere als allein: Damals purzelten reihum die zuvor in den meisten Ländern gehaltenen Absoluten, weil die FPÖ unter Jörg Haider stark wuchs. Erst mit dem Einbruch der FPÖ während ihrer Beteiligung an Schwarz-Blau I - von 2000 bis 2006 - holte sich die ÖVP in Niederösterreich, Vorarlberg und Tirol sowie die SPÖ im Burgenland und in Wien die Absolute wieder zurück.

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In der Regel aber nur für kurze Zeit: Denn nach der Wiederbelebung der Großen Koalition verloren SPÖ und ÖVP wieder an Wählerzuspruch - und die FPÖ (jetzt unter Bundeschef Heinz-Christian Strache) erholte sich.

Somit gingen außer jener in NÖ auch alle Absoluten wieder verloren: Als erstes büßte 2008 Herwig van Staa mit der ÖVP in Tirol - wegen der starken Konkurrenz Fritz Dinkhausers - ihre 2003 wiedereroberte Mandats-Absolute ein. 2010 fielen die beiden roten Absoluten, die Hans Niessl im Burgenland (2005, sogar in Prozent) und Michael Häupl in Wien (2001 und 2005, in Mandaten) unter Schwarz-Blau zurückgeholt hatten. 2014 schaffte dann in Vorarlberg der neue LH Wallner keine 50 Prozent mehr, was zuvor Sausgruber 2004 und 2009 noch gelungen war.

Ob Schwarz-Blau II der FPÖ (gegen deren Erwartung) doch wieder Einbußen in der Wählergunst beschert, kann man angesichts des NÖ-Ergebnisses noch nicht sagen. Dort wuchs die FPÖ am 28. Jänner zwar stark - weil sie 2013 wegen dem Team Stronach sehr schwach abgeschnitten hatte -, blieb aber klar unter ihren Erwartungen. Denn sie erlebte zuletzt noch ein Wahlkampffiasko - mit der NS-Liederbuchaffäre der Germania, einer Burschenschaft, bei der Spitzenkandidat Udo Landbauer mehrere Jahre lang Vizeobmann war.

Aber bis zum April wählen noch Tirol, Kärnten und Salzburg ihre Landtage - und dann wird man wohl schon besser wissen, wie sich die neuen Rollen im Bund (ÖVP und FPÖ in der Regierung, SPÖ in der Opposition) auswirken.

~ Absolute Mehrheiten in den Bundesländern seit 1945:

Burgenland 6 von 16 Perioden 2 ÖVP, 4 SPÖ Kärnten 4 von 16 Perioden, nur SPÖ Niederösterreich 14 von 16 Perioden, nur ÖVP Oberösterreich 5 von 12 Perioden, nur ÖVP Salzburg 2 von 15 Perioden, nur ÖVP Steiermark 6 von 16 Perioden, nur ÖVP Tirol 13 von 16 Perioden, nur ÖVP Vorarlberg 13 von 14 Perioden, nur ÖVP Wien 13 von 15 Perioden, nur SPÖ

Perioden mit Absoluter Mehrheit

Burgenland: 6 von 16 Perioden (2 V, 4 S) ÖVP 1945-1953 SPÖ 1968-1987 (1972-1977 nur Proz.), 2005-2010

Kärnten: 4 von 16 Perioden, nur SPÖ SPÖ 1970-1989

Niederösterreich: 13 von 15 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1993 (1979-1983 und 1988-1993 nur Mandate),

2003-2018, ab 2018 nur Mandate

Oberösterreich: 5 von 12 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1955-1967 (nur Mandate), 1979-1991

Salzburg: 2 von 15 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1984-1989

Steiermark: 6 von 16 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1965-1970 (nur Mandate), 1974-1991

Tirol: 13 von 16 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1999 (1989-1999 nur Mandate), 2003-2008 (nur Mandate)

Vorarlberg: 13 von 14 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1999 (1994-1999 nur Mandate), 2004-2014

Wien: 13 von 15 Perioden, nur SPÖ SPÖ 1945-1996 (1949-1954, 1991-1996 nur Mandate), 2001-2010

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