Rekordtief bei Osttiroler Arbeitslosen

Mit 8,9 Prozent lag die Arbeitslosigkeit in Osttirol 2017 erstmals seit Jahrzehnten unter neun Prozent. Dennoch ist der Wert immer noch der höchste aller Tiroler Bezirke.

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Von Catharina Oblasser

Lienz –Das gab es in Ost­tirol seit Langem nicht: eine Arbeitslosenquote, die unter neun Prozent liegt. Exakt sind es 8,9 Prozent für das Jahr 2017. Das besagt die Arbeitsmarktstatistik des AMS Tirol. Sie verrät auch Vergleichs­daten zu den vergangenen Jahren. Da lag die Quote im Bezirk Lienz stets rund um zehn Prozent: beispielsweise bei 9,8 Prozent im Jahr 2013, bei 10,3 Prozent im Jahr 2015.

Der positive Trend, der schon 2016 begann, ist auch an den Monatswerten abzulesen. Mit Ausnahme von März 2017 war die Zahl der Job­suchenden stets geringer als in den Vergleichsmonaten des Jahres davor.

Schlüsselt man die Zahlen nach Geschlecht und Altersgruppen auf, so ergibt sich, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen stärker ausgeprägt war als bei Männern. Junge Menschen unter 25 Jahre liegen da besser: In dieser Gruppe beträgt die Quote unterdurchschnittliche 6,6 Prozent. Die über 50-Jährigen haben nach wie vor große Schwierigkeiten, neue Arbeit zu finden. In dieser Altersgruppe betrug die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr immer noch über 10 Prozent. In absoluten Zahlen heißt das, dass 2017 im Durchschnitt mehr ältere Personen beim AMS vorgemerkt waren als im Jahr davor.

Betrachtet man die Arbeitslosigkeit im Hinblick auf die Personenzahl, so verzeichnet die AMS-Statistik durchschnittlich 1873 Arbeitssuchende für das Jahr 2017. Parallel zur sinkenden Arbeitslosigkeit stieg die Zahl der Beschäftigten. Mehr als 20.000 unselbstständig Tätige im Jahr 2017 bescheren Osttirol auch in diesem Bereich einen Rekord. Der positive Trend setzte sich im Jänner 2018 fort. Zurückzuführen ist dieser Aufschwung wohl auf die generell gute Wirtschaftslage, die sich in ganz Tirol bemerkbar macht.

Der für Osttirol niedrige Wert von 8,9 Prozent Arbeitslosigkeit ist im Landesvergleich kein Grund zum Jubeln, ist er doch der höchste von allen Tiroler Bezirken.


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