Tirol-Wahl: Liste Fritz macht „Massentourismus“ zum Wahlkampfthema

Innsbruck (APA) - Die Liste Fritz hat rund drei Wochen vor der Tiroler Landtagswahl am 25. Februar den Tourismus als Wahlkampfthema für sich...

Innsbruck (APA) - Die Liste Fritz hat rund drei Wochen vor der Tiroler Landtagswahl am 25. Februar den Tourismus als Wahlkampfthema für sich entdeckt. Parteiobmann und Listengründer Fritz Dinkhauser forderte am Freitag bei einer Pressekonferenz ein „radikales Umdenken“. „Der Massentourismus macht das Land kaputt“, erklärte Dinkhauser.

„Wir haben uns schon gegen die Gigantomanie bei den Olympischen Spielen gestellt und jetzt stellen wir uns gegen die Gigantomanie im Tourismus“, sagte Spitzenkandidatin und Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Die meisten Tiroler würden nur mehr die Schattenseiten des Tourismus bemerken. Die Liste Fritz forderte einen dezentralen Tourismus, von dem auch die Tiroler Bevölkerung profitiere und nicht nur die großen Unternehmen.

„Die Großen profitieren und die Kleinen krepieren“, brachte Dinkhauser die zentrale Botschaft seiner Liste auf den Punkt und bezeichnete gleichzeitig Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als einen „Knecht des Tourismus“. Es gehe nur mehr um Gewinn. „Die Landeshymne heißt jetzt ‚Geiz ist geil‘“, meinte der Listengründer und forderte die Zivilgesellschaft auf, dem Massentourismus den Krieg zu erklären.

Schützenhilfe holte sich die Liste Fritz beim deutschen Geograph und Alpenforscher Werner Bätzing, der eine düstere Zukunft des Tourismus in den Alpen an die Wand malte. „Der Tourismus kann sich nicht so weiter entwickeln. Gemeinden mit mindestens 5.000 Gästebetten sind die Gewinner, alle kleineren geraten in die Krise“, meinte Bätzing. Die Hochplateaus an den Bergstationen würden zunehmend in künstliche Freizeitparks umgewandelt werden und die Touristen selbst hätten immer öfter ein „Erlebnis-Burn-Out“. „Diese Tourismusghettos haben mit den Alpen nichts mehr zu tun“, so der Forscher.

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Als „die neuen Grünen“ wollte sich die Liste Fritz trotzdem nicht verstanden wissen. „Uns liegt aber das Land am Herzen. Tirol lieben, heißt Tirol beschützen“, zitierte Haselwanter-Schneider das Wahlkampfmotto der Liste. „Die Grünen sind wichtig, wir brauchen Leute wie sie. Leider haben sie sich aber am Trog der Politik verkauft“, meinte Dinkhauser.


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