Südtirol will bei Wölfen Entscheidungshoheit

Auch bei den Koalitionsverhandlungen in Deutschland ist der Umgang mit den großen Beutegreifern ein Thema.

„Im Sinne einer zukunftsfähigen traditionellen Berglandwirtschaft werden wir hier den Finger weiter in die Wunde legen“, sagt Arno Kompatscher (LH Südtirol).
© Thomas Boehm / TT

Bozen –Das Anliegen Südtirols, im Umgang mit dem Wolf entsprechend eigenständig handeln zu können, hat Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) unlängst in der jüngsten Sitzung des europäischen Ausschusses der Regionen vertreten. Dabei wurde eine Stellungnahme zur „Förderung der Koexistenz mit konkurrierenden Arten“ beschlossen. „Es besteht die dringende Notwendigkeit, dass den Regionen Europas die Möglichkeit eingeräumt wird, auf außerordentliche Situationen auch mit geeigneten Managementsystemen zu reagieren“, forderte Kompatscher und verwies dabei auf die Besonderheit der Südtiroler Berglandwirtschaft. Er unterstrich, dass die Gefahr bestehe, nicht nur eine traditionell gewachsene Bewirtschaftungsform zu verlieren, sondern auch die damit einhergehende landschaftliche, kulturelle und biologische Diversität. Nach einem Treffen in der EU-Generaldirektion Umwelt mit Kabinettschef Jürgen Müller zeigte sich Kompatscher zuversichtlich, dass die Tragweite der Herausforderungen durch die wachsende Zahl von Großraubtieren auch auf europäischer Ebene erkannt worden sei. „Im Sinne einer zukunftsfähigen traditionellen Berglandwirtschaft werden wir hier den Finger weiter in die Wunde legen“, kündigte er an.

Aber auch in Deutschland ist der Umgang mit den großen Beutegreifern aktuell Thema. Denn die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland soll künftig stärker kontrolliert werden, zugleich sollen Nutztiere besser vor Angriffen geschützt werden. Das haben die Parteien CDU, CSU und SPD in den laufenden Koalitionsverhandlungen vereinbart. Die voranschreitende Ausbreitung des Wolfes in Deutschland solle „vernünftig gemanagt“ werden, heißt es in einem Zwischenstand der Koalitionsverhandlungen. „Die Sicherheit der Menschen hat dabei oberste Priorität.“ Im Jahr 2000 wurde wieder ein erstes Wolfsrudel in Deutschland nachgewiesen. Seitdem hat sich die Population deut­­lich vergrößert. (TT, APA)


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