Sterngold am Fohlenhof zum schönsten Hengst gewählt

Nach dreijähriger Aufzucht war gestern in Ebbs die Stunde der Wahrheit: Acht von zehn Hengsten bestanden die Tiroler-Haflinger-Hengstkörung.

Lukas Scheiber, Obmann des Haflinger Pferdezuchtverbands Tirol, mit Züchter Konrad Kolednik aus Stans und Hengst Sterngold.
© Michael Mader

Von Michael Mader

Ebbs –Die Arbeit scheint sich bezahlt gemacht zu haben: Nach zwei Sommern auf der Alm wurden am gestrigen Sonntag die vielversprechendsten dreijährigen Tiroler-Haflinger-Junghengste des Haflinger Pferdezuchtverbandes Tirol am Fohlenhof in Ebbs gekört. Bereits seit 1947 zieht der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol seine Junghengste ausschließlich in dieser naturnahen Herdenaufzucht auf. Alle Junghengste erhielten noch vor der Körung vom Fohlenhof-Team eine Grundausbildung im Reiten und Fahren und wurden einer so genannten Zuchttauglichkeitsuntersuchung unterzogen.

Acht von zehn in der Fohlenhof Arena vorgestellten Hengsten entsprachen dabei den strengen Kriterien der Jury. Unter den kritischen Blicken der internationalen Kaufinteressenten aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich sowie aus Südkorea erhielt der Hengst Sterngold von Züchter Konrad Kolednik aus Stans die beste Bewertung. Die Jury lobte den „charmanten und hochmodernen Hengst, der voll und ganz dem Zuchtziel entspricht“. Weiters überzeugten unter anderem sein ausdrucksstarker Kopf und seine taktsicheren Bewegungsabläufe mit viel Raumgriff, Schwung und Dynamik.

Allerdings bleiben nur drei der ausgezeichneten Pferde auch wirklich in Tirol. Zum Leidwesen von Kolednik wurde auch Sterngold nach Belgien an die Züchter Gino Verplanken und Charlott Michills verkauft. „Mir wäre lieber gewesen, wenn er in Tirol geblieben wäre“, sagte er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

„In der so genannten ST-Linie sind wir am Fohlenhof aber schon sehr gut aufgestellt. Wir können nicht nur Hengste dieser Linie behalten. Als Zuchtverband sind wir für die Linienerhaltung der Rasse Haflinger verantwortlich. Und schlussendlich verdienen wir natürlich auch durch die Verkäufe“, erklärt Robert Mair, Geschäftsführer und Gestütsleiter am Fohlenhof Ebbs, den Verkauf. Über die Kaufpreise wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigt sich Lukas Scheiber, Obmann des Haflinger Pferdezuchtverbands Tirol: „Es war ein sehr ausgeglichener Jahrgang. Für Tirol ist es mit acht gekörten Hengsten ein sehr gutes Ergebnis.“ Die Hengste seien rohe Diamanten, die in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden müssen. „Hoffentlich sind sie dann bei der Weltausstellung im Jahr 2020 am Fohlenhof in Ebbs wieder zu sehen“, sagt Scheiber.

Alle gekörten Hengste können anschließend ab Anfang März in den Deckeinsatz gebracht werden, müssen jedoch innerhalb eines Jahres die Hengstleistungsprüfung erfolgreich absolvieren.

Vor der Körung der Hengste mussten sie sich in der Arena den strengen Augen der Jury und der Besucher stellen.
© Michael Mader

Kommentieren


Schlagworte