Peter Assmann muss wieder um Museumschefposten in Mantua bangen

Rom/Wien (APA) - Der Österreicher Peter Assmann muss wieder um seinen Museumschefposten in Mantua bangen. Die Plenarsitzung des Staatsrates,...

Rom/Wien (APA) - Der Österreicher Peter Assmann muss wieder um seinen Museumschefposten in Mantua bangen. Die Plenarsitzung des Staatsrates, der höchsten Instanz bei administrativen Verfahren, muss sich noch über die Gültigkeit der Ernennung mehrerer nicht-italienischer Museumsdirektoren in Italien im Jahr 2015 aussprechen, berichtete Kulturminister Dario Franceschini am Freitag.

Der internationale Wettbewerb des italienischen Kulturministeriums für die Wahl der Museumsdirektoren entspreche den europäischen Gesetzen, urteilte der Staatsrat am Freitag. Laut dem Gericht seien jedoch die Bedingungen für die Zulassung ausländischer Staatsbürger zum Wettbewerb nicht erfüllt worden. Das letzte Wort hat jetzt der Staatsrats im Rahmen seiner Plenarsitzung zu sagen, so Franceschini.

Ein Verwaltungsgericht in Rom hatte im Mai die Ernennung mehrerer nicht-italienischer Museumsdirektoren in Italien gekippt. Unter ihnen zählte Peter Assmann, seit November 2015 Leiter des Palazzo Ducale in Mantua. Ein Rekurs einer erfolglosen Gegenkandidatin war angenommen worden. Der italienische Staatsrat setzte das im Juni das Urteil des Verwaltungsgerichts in Rom vorerst außer Kraft. Assmann bekam seinen Museumschefposten zurück, doch der Fall ist noch nicht gelöst.

Im Rahmen desselben internationalen Wettbewerbs war 2015 der Linzer Kulturmanager Peter Aufreiter mit der Leitung eines Komplexes aus zehn Landesmuseen in der Adria-Region Marken betraut worden. „Der internationale Wettbewerb für die Führung der größten italienischen Museen, dank derer wir prestigereich italienische und ausländische Direktoren eingesetzt haben, hat zu großen Resultaten führt, die weltweit anerkannt werden. Dieser letzte Beschluss des Staatsrats stellt wieder eine bereits mit Erfolg gestartete Reform infrage“, sagte der Kulturminister.

„Das Thema, ob man ausländische Direktoren für italienische Museen einsetzen darf, ist in Italien wieder offen. Mit einem Urteil rechnen wir in den nächsten Monaten. Doch diese Ungewissheit belastet eine Museumsreform, die funktioniert“, so Franceschini.


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