Hick-hack um Assmanns Museumschefposten: Kulturminister empört

Rom (APA) - Das Hickhack um die Posten ausländischer Museumschefs, das auch den Österreicher Peter Assmann, seit November 2015 Leiter des Pa...

Rom (APA) - Das Hickhack um die Posten ausländischer Museumschefs, das auch den Österreicher Peter Assmann, seit November 2015 Leiter des Palazzo Ducale in Mantua, betrifft, empört den italienischen Kulturminister Dario Franceschini. Er bange um Italiens Ansehen als Kulturland, so Franceschini im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Samstagsausgabe).

„Ich befürchte gravierende Folgen, sollte es zu einem für Assmann negativen Beschluss des Staatsrats kommen. Ich frage mich, wie man uns im Ausland bewertet, nachdem die Museumsreform allgemein begrüßt worden ist“, sagte Franceschini.

„Es ist erwiesen, dass der internationale Wettbewerb für die Ernennung der Museumsdirektoren 2015 rechtskonform war. Andererseits stürzen wir in die Ungewissheit um die zentrale Frage der ausländischen Museumsdirektoren (...) Weltweit gibt es Museen, die von Bürgern anderer Länder, Italiener mitinbegriffen, geleitet werden. Warum soll Italien eine Ausnahme sein?“, fragte Franceschini

Die Plenarsitzung des Staatsrates, der höchsten Instanz bei administrativen Verfahren, muss sich über die Gültigkeit der Ernennung mehrerer nicht-italienischer Museumsdirektoren in Italien im Jahr 2015 aussprechen, berichtete Franceschini am Freitag. Der internationale Wettbewerb des italienischen Kulturministeriums für die Wahl der Museumsdirektoren entspreche den europäischen Gesetzen, urteilte der Staatsrat. Laut dem Gericht seien jedoch die Bedingungen für die Zulassung ausländischer Staatsbürger zum Wettbewerb nicht erfüllt worden. Das letzte Wort hat jetzt der Staatsrat im Rahmen seiner Plenarsitzung zu sagen.

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Assmann hob seine Leistungen an der Spitze des Palazzo Ducale in Mantua hervor. „Die Erfolge sind vor Augen. Ich spreche nicht nur vom Zuwachs der Besucherzahl, sondern auch vom zunehmenden Interesse seitens der Ausländer. Angesichts der geringen Finanzierung und inmitten vieler Schwierigkeiten bin ich mit der geleisteten Arbeit zufrieden“, so Assmann im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Samstagsausgabe).


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