Tiroler im Finale: ,,War sogar beim Zuschauen nervös“

Lorenz Wetscher hat es geschafft: Während manch anderer Teilnehmer sich die Schulter ausrenkte, ist für den Wattenberger der Sprung ins Finale der RTL-Show „Big Bounce“ geglückt. Mit der TT hat der 19-Jährige über sein Abschneiden gesprochen.

In der ersten Runde erreichte Lorenz Wetscher den Buzzer im Ziel mit der drittbesten Zeit von allen. Ins Finale zog er als Fünftbester ein.
© MG RTL D / Markus Hertrich

Von Tamara Stocker

Innsbruck – Dass er für Moderator Matthias Opdenhövel ein Favorit auf den Sieg ist, hat Lorenz Wetscher (19) gestern überhört. Zu laut waren die Fangesänge rund um ihn herum. Mit einem „Rudel Verrückter“, wie der 19-Jährige gegenüber der TT lachend erzählt, verfolgte er am Freitagabend seinen Auftritt bei der RTL-Trampolinshow „Big Bounce“. Sein Finaleinzug wurde von Familie und Freunden dementsprechend bejubelt.

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Lorenz‘ Auftritt gibt es hier zum Nachsehen: http://go.tt.com/2s4B5mi

Duell-Parcours:

Kapitel 2, ab Minute 6:40

Taktik- und Höhenparcours:

Kapitel 4, ab Minute 10:40

Lorenz umringt von Freunden und Familie beim "Public Viewing" im Trainingszentrum der "4 Elements Academy" in Hall.
© Wetscher

Mit der drittbesten Zeit von insgesamt 40 hat der Wattenberger gleich nach dem ersten Durchgang ein Ausrufezeichen gesetzt. In 39,33 Sekunden durchsprang er souverän den Duell-Parcours – auch, wenn es am Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen war. „Das Schwierigste war nicht das Springen, sondern den Gegner im Augenwinkel zu sehen“, sagte Lorenz noch in der Show. Und sein Konkurrent war dem Tiroler dicht auf den Fersen. Beim letzten Hindernis, den wackeligen Pilzen, schnitt er seinem Mitstreiter dann kurzerhand den Weg ab und hüpfte als erster ins Ziel. „Ich hätte bei den Pilzen sicher schneller sein können, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen“, sagte Lorenz rückblickend.

Parcours genauesten inspiziert

„Viel weniger nervös“ war er dann in Runde zwei. Den Taktik-Parcours, wo er auf je drei blauen und roten Trampolins bis ins Ziel springen musste, meisterte er mit Leichtigkeit. Dann ging es weiter in den Hochparcours, der mit riesigen Hindernissen und weiten Entfernungen in luftigen Höhen aufwartete. Aber weder die „rotierende Riesenhantel“ auf 6,20 Metern Höhe, noch die „Fliegenklatsche“ oder die „schwebende Treppe“ konnten dem 19-Jährigen etwas anhaben. An Letzterer ist ein Großteil der Teilnehmer gescheitert – der 3,50 Meter weite Sprung war für Lorenz aber kein Problem.

Das Hindernis "Megaschere" liegt auf einer Höhe von 6,70 Metern.
© MG RTL D

Das dürfte vor allem daran liegen, dass der Optiker-Lehrling den Parcours vor seinem Antreten ganz genau unter die Lupe genommen hat. „Ich hab mir vorab angeschaut, ob die Trampoline gerade oder schief stehen. Das macht einen Unterschied, denn sobald sie schief stehen, muss man den Absprung anders einschätzen. Auch die Abstände spielen eine wichtige Rolle und ich muss mir die Frage stellen, ob ich hoch oder weit springe und ob ich stabil in den Füßen bleibe oder explosiv abspringe.“

Trotz dieser kleinen „technischen“ Behelfe ließe es sich am Ende aber alles nicht so einfach einschätzen, sagt Lorenz. „Jedes Trampolin ist anders gefedert, das eine ist weicher, das andere härter. Da bleibt jeder Sprung und jede Landung eine Art Überraschung.“ Vorher üben durften die Teilnehmer den Parcours nämlich nicht. Lediglich ein Stuntman führte vor, wie‘s geht. Somit herrschte für jeden die gleiche Ausgangslage.

Die "wackelnden Pilze" am Ende des Duell-Parcours wurden von vielen unterschätzt.
© MG RTL D

Fünftbester von 80 Startern

Mit den Höhenverhältnissen im letzten Parcours hatte Lorenz übrigens kein Problem. „Ich hab das ehrlich gesagt ausgeblendet und mich eher auf jedes einzelne Hindernis fokussiert“, erzählte er der TT. Was passieren könnte, wenn er wo runterfällt, daran wollte er keinen Gedanken verschwenden.

„Boah, cool“, war hingegen sein erster Gedanke, als er die Trampolin-Halle im niederländischen Breda das erste Mal betreten hatte. „Man weiß zwar, worum es geht, aber eine wirkliche Vorstellung hat man nicht. Die Show gab es ja noch nirgends auf der Welt. Der 162 lange Parcours, die Trampoline, die Lichtershow... das war schon alles echt beeindruckend.“

Der Parcours ist 162 Meter lang.
© MG RTL DE

Beeindruckend war auch dann die Zeit, mit der sich Lorenz für das Finale qualifizierte. In 1:19:35 und somit als Fünfbester von acht schloss er Taktik- und Höhenparcours ab. Die Erleichterung war dem Parkour-Läufer ins Gesicht geschrieben. Erleichtert war Lorenz auch über die Tatsache, im TV „keinen Blödsinn geredet zu haben“. Beim Zuschauen gestern Abend sei er schon nervös gewesen. „Man weiß ja nicht, wie man im TV rüberkommt. Vor allem das Hochdeutsch reden war gar nicht so einfach“, sagte der Tiroler und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Gegen nicht weniger als 72 Teilnehmer hat sich Lorenz übrigens durchgesetzt – sie alle mussten an diesem Tag schon wieder die Heimreise antreten. Für den 19-Jährigen geht das Abenteuer am 2. März im Finale weiter. Dort muss er gegen die 40 Besten springen – dem Gewinner winken 100.000 Euro Preisgeld.


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