Tennis: Fix-Halle im Raum Wien für Österreichs Verband Wunschszenario

St. Pölten (APA) - Der Österreichische Tennis-Verband (ÖTV) hat am Samstag ein positives Resümee seiner ersten nur zweitägigen Davis-Cup-Ver...

St. Pölten (APA) - Der Österreichische Tennis-Verband (ÖTV) hat am Samstag ein positives Resümee seiner ersten nur zweitägigen Davis-Cup-Veranstaltung gezogen. Die 2.643 Zuschauer fassende Halle im VAZ Sankt Pölten für den Erstrunden-Länderkampf der Europa/Afrika-Zone I gegen Weißrussland war fast ausverkauft. Nach der am Dienstagabend erfolgten Zusage von Dominic Thiem hatte der Kartenverkauf kräftig angezogen.

Wunschszenario im Verband für künftige Davis Cups ist freilich, über eine fixe Halle für 2.000 bis 3.000 Zuschauer zu verfügen, in dem Training und Davis Cups möglich sein sollen. „Wir haben immer hohe Hallenmieten und Lichtkosten etc.“, erklärte ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda am späten Samstagvormittag bei einer Pressekonferenz im VAZ Sankt Pölten. „Unser Ziel ist, dass wir so eine Halle haben - im Raum Wien/Niederösterreich/Burgenland“.

ÖTV-Präsident Robert Groß betonte, dass die Wechsel auf der Position des Sportministers (Gerald Klug, Hans Peter Doskozil/jeweils SPÖ, Heinz-Christian Strache/FPÖ) diesbezügliche Gespräche in den vergangenen Jahren nicht einfacher gemacht hätten. Kontakte mit dem neuen Kabinett habe es aber schon gegeben. „So eine Halle muss für Österreich machbar sein“, sagte der Oberösterreicher. Eine Kooperation mit anderen Verbänden sei da ein Thema.

Groß bekräftigte, bei der Generalversammlung am 18. März in Windischgarsten nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Seine Entscheidung sei um die Weihnachtsfeiertage gereift, als nicht klar war, ob Dominic Thiem den Weißrussland-Davis-Cup spielt. Groß hatte den 24-Jährigen nach Gesprächen mit Thiem-Manager Günter Bresnik davor schon als fix vermeldet. Groß: „Ich bin nicht für halbe Sachen.“

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Ein ständiges Team mit Thiem hätte Weltgruppen-Reife, mit dem Weltranglisten-Sechsten habe der ÖTV aber keinen Vertrag. „Wir sind froh, dass er bisher einige Male zur Verfügung stand“, erläuterte Groß. „Aber es ist leider Gottes immer eine Bittstellung, da sein Manager entscheidet.“ Der 70-Jährige hält da eine Lösung für wichtig, um in die Weltgruppe aufzusteigen. Groß selbst werde dem ÖTV auch nach 18. März mit Rat zur Seite stehen.

In seine Ära fiel die Anstellung von Schweda, dieser hat die ÖTV-Geschäftsführung seit 1. Jänner 2017 inne. Nach dem Ausstieg eines Hauptsponsors mit Ende 2016 habe sich der ÖTV im Vorjahr einem radikalen Sparprogramm unterziehen müssen, die Kosten im sportlichen und organisatorischen Bereich seien gesenkt worden. Andererseits seien durch Erfolge der Spieler die staatlichen Förderungen um rund 100.000 Euro gestiegen.

Schweda sei bewusst, dass Geldgeber mit einer Investition von gleich 200.000 oder gar 300.000 Euro nicht mehr so leicht zu finden sind. Im Sponsoring-Bereich seien daher nun kleinere Pakete gefragt, um Interessenten zu finden. „Wir müssen Pakete filetieren, anpassen. Wenn wir mehrere kleine Fische fangen, ist es möglich, Gelder einzunehmen.“

Im Nachwuchs-Bereich soll dabei die Aktion „Next Generation“ helfen. Über Kinder- und Jugendprojekte soll das Interesse von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern geweckt werden. Das Scouting und die Betreuung in den Leistungszentren Südstadt (Herren) und Linz (Damen) soll über „Next Generation“ mit Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek als Schirmherr mitfinanziert werden. Eine Gold- und Silber-Förderung ist für 1.000 bzw. 500 Euro zu haben.

Als weitere Ziele nannte Schweda u.a. eine Attraktivierung der Bundesliga, wobei eine geringere Anzahl an Ausländern und ein verpflichtender Jugendlicher pro Team Thema seien. Auch sollen für die Breitensportler günstigere Einstiegs und Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden. Letztlich ist eine Fortführung einer Marketing- und Digital-Offensive auf Schiene, um möglichst viele von Österreichs rund 400.000 Tennis-Interessierten zu erreichen.


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