Kolumbien öffnet Unterkunft für Migranten aus Venezuela

Die kolumbianische Einwanderungsbehörde hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass sich fast 550.000 Venezolaner im Land befinden, und die Zahl der Menschen, die über die Grenze kommen, erheblich gestiegen ist.

Venezolanische Migranten stehen in San Cristobal vor einer Bank an.
© AFP

Bogota/Caracas – Kolumbien hat ein Aufnahmezentrum für venezolanische Migranten im grenznahen Departement Norte de Santander im Norden des Landes eröffnet. Dies teilte das Außenministerium in Bogota am Samstag (Ortszeit) mit.

Mit der Einrichtung in der Stadt Villa del Rosario will die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos Venezolanern helfen, die auf der Suche nach medizinischer Versorgung oder Lebensmitteln die Grenze in das Nachbarland überqueren. Das Angebot richtet sich vor allem an Migranten, die derzeit auf der Straße leben, aber in andere Städte weiterziehen möchten, sowie Familien mit Minderjährigen, schwangere und stillende Frauen, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen.

Demnach verfügt das Gelände über zehn Wohnräume mit einer Aufnahmekapazität für 120 Menschen, sanitäre Einrichtungen und Waschmaschinen. Die Einrichtung wird vom Roten Kreuz mit der Unterstützung der örtlichen Behörden sowie der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verwaltet.

Die kolumbianische Einwanderungsbehörde hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass sich fast 550.000 Venezolaner im Land befinden, und die Zahl der Menschen, die über die Grenze kommen, erheblich gestiegen ist.

Wegen des relativ niedrigen Ölpreises, Misswirtschaft und Korruption leidet Venezuela seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Die Inflation ist mit Abstand die höchste der Welt. Zudem verfügt das Land kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einzuführen. Viele Menschen leiden unter Hunger.


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