Frankfurter Bankier: Auf lange Sicht keine positiven Realzinsen

Frankfurt (APA/dpa) - Sparer und Investoren sollten sich nach Einschätzung des Frankfurter Bankhauses Metzler absehbar wenig Hoffnung auf st...

Frankfurt (APA/dpa) - Sparer und Investoren sollten sich nach Einschätzung des Frankfurter Bankhauses Metzler absehbar wenig Hoffnung auf steigende Zinsen machen. „Positive Realzinsen werden wir für lange Zeit - zumindest mehrere Jahre - nicht sehen“, sagte Emmerich Müller, Partner des 1674 gegründeten Traditionshauses. „Das ist Finanzrepression im Deckmantel einer Zentralbankpolitik.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Ende Jänner bei ihrer ersten Zinssitzung 2018 ihren expansiven Kurs bestätigt. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, die milliardenschweren Anleihenkäufe werden bis mindestens Ende September fortgesetzt.

„Dass die Notenbank als großer Anleihenkäufer am Markt aktiv ist, verzerrt die Preise“, kritisierte Müller. „Die größte Preisblase ist der Rentenmarkt per se: Wenn man für bestimmte Staatsanleihen einen Minuszins zahlt, dann stimmt etwas nicht mit dem Preis des Wirtschaftsgutes Anleihe.“

Bisher hat die Notenbank kein Enddatum für die seit März 2015 laufenden Käufe von Staatsanleihen und seit geraumer Zeit auch Unternehmensanleihen kommuniziert. „Es wäre gut, wenn die EZB eher früher als später ihre Anleihenkäufe beenden würde“, forderte Müller.

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