„Spezialisten arbeiten mit Hochdruck an der L76“

Die Landecker Landesstraße bleibt weiter gesperrt, Bautrupps sprengen absturzgefährdetes Gestein weg. Auch SPÖ und Grüne machen Druck.

© Wenzel

Landeck, Fließ –Der rund 2,5 Kubikmeter große Fels, der am Donnerstag voriger Woche südlich von Landeck auf die Fahrbahn stürzte, hat es in sich: Die Landesstraße L76 bleibt auch diese Woche gesperrt. Das hat Günther Heppke vom Baubezirksamt Imst am Montag bestätigt.

Wer von der Bezirksstadt nach Fließ bzw. ins Obergricht will, muss die Umfahrung durch den Landecker Tunnel in Kauf nehmen. Das gilt auch für die umgekehrte Richtung. Während der L76-Sperre kann der Tunnel vignettenfrei genutzt werden, wie BH-Verkehrsreferent Siegmund Geiger mitteilte.

Am Wochenende sorgte die Sperre für gröbere Staus im Talkessel. „Urlauber kamen ratlos zu mir. Sie wollten über die Bundesstraße mautfrei auf das Sonnenplateau“, schilderte der Zammer Tankstellenpächter Mathias Venier. Den Hinweis, dass man den Landecker Tunnel mautfrei benutzen könne, habe man nirgends gesehen. „Es gab Urlauber-Beschwerden, dass Unwissenden trotzdem eine Vignette angedreht wurde.“

Diese Woche werde mit Hochdruck an der Instandsetzung der beschädigten Sicherheitseinrichtungen gearbeitet, sagte Heppke. „Zudem sprengen Spezialisten absturzgefährdetes Gestein weg.“ Vorige Woche war die Rede von einer zweiwöchigen Straßensperre. „Wie lange die L76 tatsächlich gesperrt bleiben muss, ist vorerst nicht abschätzbar“, so Heppke.

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Er sei überzeugt, „dass die Verantwortungsträger in der Landesregierung den akuten Handlungsbedarf sehen“, betonte Landecks Stadtchef Wolfgang Jörg am Montag. „Der Felsabbruch spricht für sich, ein deutlicheres Warnsignal gibt es wohl nicht.“

Die Aktivitäten anderer Parteien und Bürgerinitiativen, die einen Galeriebau einfordern, könne er nur begrüßen. „Eine gemeinsame Vorgangsweise in Sachen Sicherheit ist mehr als begrüßenswert.“ Das gelte auch für Zeiten, in denen keine Wahlen anstehen, bemerkte Jörg spitzfindig. Doch zum Ernst der Sache: „Für den Talkessel und das Obergricht ist eine Galerie unumgänglich. Es geht um Leib und Leben.“

Die SPÖ mit Bezirksvorsitzendem Benedikt Lentsch hob am Wochenende eine Online-Petition aus der Taufe. „In weniger als 48 Stunden haben wir 1000 Unterschriften bekommen“, resümierte er am Montag. Und: „Die Problematik ist seit vielen Jahren bekannt. Wir fordern das Land Tirol zur Einleitung von umfassenden Sicherheitsmaßnahmen auf. Die Errichtung einer Galerie im Gefahrenbereich wäre eine sinnvolle Lösung.“ Lentsch will die Unterschriften in zwei Wochen im Landhaus übergeben. Ziel sei eine verbindliche Zusage zum Bau einer Straßengalerie.

Auch die Regionalgruppe der Grünen mit Wolfgang Egg klinkt sich ein: „Wir fordern schnellstmöglich eine Überdachung der Landecker Straße.“ Das gelte auch für den steinschlaggefährdeten Abschnitt unweit der Pontlatzbrücke. „Wir haben diese Maßnahme schon vor dem Jahr 2000 gefordert.“ (hwe)


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