Wohnbau bleibt 2018 Konjunkturmotor

Die Wohnbaubewilligungen im Neubau erreichten 2017 mit über 61.430 einen „absoluten“ Rekordwert.

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Wien –Das Wachstum in der Baubranche hat sich 2017 im Jahresabstand um 5,5 Prozent auf 38,8 Mrd. Euro erhöht. „Das ist das stärkste Wachstum in den letzten zehn Jahren“, so Branchenexperte Domini­k Otto bei der Präsentation des aktuellen Branchenradars von Kreutzer Fischer & Partner. Einen Wermutstropfen sieht der Marktforscher allerdings in dem „dramatischen“ Facharbeitermangel. Zudem leiden darunter auch die Sanierungen, die im Gegensatz zum Neubau stagnierten.

Die ohnehin schon knappen Ressourcen an Arbeitern und Handwerkern sind meist bereits für Neubauprojekte vergeben. Doch auch „die niedrigen Energiepreise dämmen den Handlungsdruck“, Gebäude zu sanieren. 2017 stiegen die Umsatzerlöse in diesem Bereich – nicht preisbereinigt – um nur ein Prozent auf 7,8 Mrd. Euro. „Investitionen in Haus und Heim haben in den letzten zehn Jahren an Priorität verloren – es fließt heute mehr denn je Geld in Kleidung oder ein neues Auto; die privaten Kfz-Zulassungen sind in den letzten zwei Jahren um mehr als 10 Prozent gestiegen“, erklärte der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens.

Obwohl die Baukosten 2017 um 3,5 Prozent sehr deutlich zugelegt haben – in den Jahren davor waren sie jeweils nur zwischen 1 und 1,5 Prozent gewachsen –, blieben die Preise mit einem Plus von 2,9 Prozent im Schnitt der vorangegangenen Jahre. Verteuert hätten sich vor allem Stahl und alle Produkte auf Erdölbasis, also Kunststoffe. Die Löhne stiegen hingegen um nur 1,1 Prozent.

Die Erlöse im Wohnungsneubau zogen 2017 gegenüber 2016 um neun Prozent auf 10,3 Mrd. Euro an. In Österreich wurde die Errichtung von 54.200 Wohneinheiten begonnen. Besonders massiv waren die Zuwächse im Geschoßwohnbau, speziell bei Mietwohnungen (plus 16,3 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro), da in den letzten Jahren die Baubeginne kontinuierlich stiegen.

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In Österreich wurde 2017 die Errichtung von 54.200 Wohneinheiten begonnen. Sieben Mrd. Euro, also 45 Prozent der Investitionen, flossen 2017 in Eigenheime. Weitere 1,8 Mrd. Euro (plus 10,8 Prozent) wurden für den Bau von Eigentumswohnungen aufgewendet. „Mehr als die Hälfte davon werden direkt für die Fremdvermietung errichtet, nicht für die Eigennutzung“, merkte Kreutzer an.

Die Wohnbaubewilligungen im Neubau erreichten mit 61.430 den höchsten Wert seit 25 Jahren. Wenn sich dieses Volumen in den kommenden Jahren fortsetzte, „dann kommen die Mietpreise unter Druck“, so Kreutzer. Ein steigender Leerstand sei „ein besserer Faktor als jede ‚Mietpreisbremse‘“. „Wenn man will, dass sich die Mieten stabilisieren, dann muss man bauen.“ (APA)

tertext. (Kürzel)


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